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„Die Linke hat verstanden, wo es wehtut“: Das sagt die Tagesspiegel-Community zum Wahlsieg der Berliner Linken

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21.09.2026

Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin gewonnen und ist erstmals in der Geschichte der Hauptstadt stärkste Kraft geworden. „Wer Menschen lange genug mit Wohnungsmangel, steigenden Mieten und sinkendem finanziellen Spielraum allein lässt, sollte sich nicht wundern, wenn sie irgendwann bei denen anklopfen, die wenigstens eine verständliche Antwort anbieten“, schreibt Tagesspiegel-Nutzer AlexHH1.

Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte an, Regierende Bürgermeisterin werden zu wollen. Sollte es ihr gelingen, eine Koalition zu bilden, wäre sie die erste Regierungschefin Berlins aus den Reihen der Linken und die erste Regierende Bürgermeisterin mit Migrationsgeschichte. Dafür ist die Linke auf Partner angewiesen.

In der Tagesspiegel-Community wird der Wahlsieg der Linken vor allem als Ausdruck des Wunsches nach Veränderung gelesen. Viele sehen in der Wohnungsnot und den steigenden Mieten entscheidende Gründe für den Erfolg und fordern von den etablierten Parteien, sich stärker an den Lebensrealitäten der Berlinerinnen und Berliner zu orientieren.

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Zugleich verbinden sich mit dem möglichen Regierungswechsel große Erwartungen, aber auch Skepsis: Die Linke müsse sich klar gegen Antisemitismus stellen, ihre Regierungsfähigkeit unter Beweis stellen und die gesamte Stadt in den Blick nehmen.

Lesen Sie hier redaktionell ausgewählte Stimmen aus der Tagesspiegel-Community:

Rund jeder vierte Berliner wählt die Linke. Man kann darüber den Kopf schütteln. Interessanter wäre allerdings die Frage: Warum wurde so gewählt? Die Antwort dürfte weniger bei Karl Marx liegen als zwischen Miete und Monatsende. Vermutlich ist die Erklärung erheblich profaner. Wohnen und Mieten waren mit 32 Prozent das mit Abstand wichtigste Problem der Berliner. Wer jeden Monat erlebt, dass nach Miete, Strom und Einkauf immer weniger im Monat übrig bleibt, entwickelt eine bemerkenswert praktische politische Prioritätenliste.

Über die Haltung dieser Wähler zu NATO, Ukraine, Nahost und speziell Antisemitismus sagt ihr Kreuz bei der Linken dagegen erstaunlich wenig. Die Linke hat verstanden, wo es wehtut. Sie verspricht Mietendeckel, Vergesellschaftung und Milliarden für kommunalen Wohnungsbau.

Nicht jeder Linken-Wähler träumt vom Sozialismus. Mancher möchte schlicht seine Wohnung bezahlen können und am Monatsende noch etwas Geld übrig haben

Nicht jeder Linken-Wähler träumt vom Sozialismus. Mancher möchte schlicht seine Wohnung bezahlen können und am Monatsende noch etwas Geld übrig haben

Tagesspiegel-Nutzer AlexHH1

Ob die Therapie zur Diagnose passt, ist definitiv eine andere Frage. 240.000 Wohnungen zu vergesellschaften macht Berlin zum größeren Vermieter. Wohnungssuchende bekommen dadurch zunächst exakt null zusätzliche Wohnungen. Aber politisch funktioniert das Angebot. Wer Menschen lange genug mit Wohnungsmangel, steigenden Mieten und sinkendem finanziellen Spielraum allein lässt, sollte sich nicht wundern, wenn sie irgendwann bei denen anklopfen, die wenigstens eine verständliche Antwort anbieten.

Das ist vielleicht die unangenehmste Botschaft dieses Ergebnisses an die politische Mitte. Nicht jeder Linken-Wähler träumt vom Sozialismus. Mancher möchte schlicht seine Wohnung bezahlen können und am Monatsende noch etwas Geld übrig haben. Das kann man politisch ziemlich altmodisch nennen: Interessenvertretung. Beste Grüße aus Potsdam und allen eine friedliche, entspannte Woche,........

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