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Weihnachtsfest | Warum orthodoxe Weihnachten später feiern

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06.01.2026

Orthodoxe Christen gibt es gerade in NRW viele. Sie kamen Anfang der Wirtschaftswunderzeiten aus der früheren Sowjetunion sowie aus dem ehemaligen Jugoslawien. Benötigt wurden sie als Gastarbeiter. Sie brachten aber nicht nur ihre Arbeitskraft mit, sondern auch ihre Kultur und ihre Konfession. Viele von ihnen haben die Bräuche und Sitten konserviert und pflegen sie auch noch weiter. Besonders viel Wert legen dabei die Serben und Mazedonier auf ihren orthodoxen Glauben – auch jenseits ihrer Heimat, wo das Fest noch viel größer ausfällt.

Woran liegt es, dass Orthodoxe später feiern als die anderen Christen? Die Antwort ist simpel. An einer anderen Berechnung. „Wir feiern das Fest nach einem anderen, älteren Kalender“, sagt der gebürtige Mazedonier Goran Atanasevic. Die russisch-orthodoxe und die serbisch-orthodoxe Kirche halten beide am alten julianischen Kalender fest. Der 35-jährige Duisburger feiert das Fest der Liebe deshalb wie circa 300 Millionen Orthodoxe 13 Tage später als die restlichen Christen weltweit.

Er begeht es, wie die Tradition es will, nach den Vorschriften seines orthodoxen Glaubens. Das bedeutet, dass er am 6. Januar, dem Heiligen Abend der Orthodoxen, in eine große orthodoxe Kirche nach Düsseldorf geht. Zwei weitere große Kirchen gibt es übrigens noch in Dortmund und Köln, wo gewöhnlich viele Serben, Ukrainer, Mazedonier und Rumänen leben. „Erwartungs- und erfahrungsgemäß sind die Gotteshäuser sehr gut gefüllt und man findet nur schwer einen Sitzplatz“, sagt Atanasevic, der aus der kleinen Stadt in Mazedonien stammt, die unweit der Grenze zum heutigen Serbien........

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