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EU | Im Tretboot nach Peking

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26.09.2021

Schon im April haben sich die EU-Außenminister auf eine neue Strategie für den Indopazifik geeinigt, jetzt legt die Kommission mit einem detaillierten Strategiepapier nach und will sich in Fernost als weltpolitischer Player in Szene setzen. Es geht um das Verhältnis zur weiter aufsteigenden Weltmacht China. Auch wenn man in Brüssel gewohnt zurückhaltend formuliert und den Eindruck vermeidet, die EU lasse sich von den USA zu einer härteren Gangart drängen, bleibt die Frage: Wie will man es künftig mit den Chinesen halten?

Wirtschaftlich ist die Europäische Union im indopazifischen Raum omnipräsent und höchst einflussreich, als Investor, als Handelspartner, als Kreditgeber in der Entwicklungszusammenarbeit. Für China wiederum ist die EU der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Auch wenn man auf beiden Seiten mittlerweile darauf setzt, gegenseitige Abhängigkeiten zu reduzieren. Spätestens seit der Corona-Krise ist für Europa unstrittig, dass man auf Einfuhren aus China und asiatischen Billiglohnländern nicht allzu sehr angewiesen sein sollte. Das gilt vor allem für Halbleiter, bei denen Taiwan als Alternative gilt, ebenso bei Medikamenten, Impfstoffen und medizinischem Equipment. China will seine Exportabhängigkeit ebenfalls verringern und drängt in alle Hightech-Sektoren des Weltmarktes.

Kooperation statt Konfrontation, so heißt es im üblichen EU-Duktus. Offene Kritik an der Politik des Eindämmens und Zurückdrängens, wie sie die USA seit Donald Trump und nun kaum anders mit Joe Biden im Stil eines........

© der Freitag


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