Die fünf besten Sachbücher im Januar: Für Menschen, die lieber lesen als detoxen
Ist der Jahresbeginn wirklich so trübe? Was an solchen Tagen auf jeden Fall hilft, ist das Lesen. Für den Start ins neue Jahr hat unser Autor Erhard Schütz fünf Sachbücher ausgewählt, die ganz unterschiedliche Themen behandeln. Es geht um überraschende Orte und spannende historische Kontexte. Eine Literaturgeschichte der Nazijahre gilt jetzt schon als künftiges Standardwerk.
Am Anfang waren die Zeichen. So sind die Zeichen realer als das, was wir für Realität halten. Jedenfalls in China. Rainer Kloubert führt als Experte für China durch die „Verbotene Stadt“, von der man erfährt, dass statt des Kaisers meist Schmarotzer dort waren. Er führt durchs Land und seine Geschichte, entlang an Ereignissen, Gebautem, Fotos, Zeichnungen, Schrift. Dem gibt man sich am besten hin, wie einer Wunderkammer oder einer Enzyklopädie. Dann erlebt man geistige Abenteuer noch und noch. Und ist am Ende vielleicht kein fremder Fremder mehr.
Helmuth Kiesels Literaturgeschichte der Jahre zwischen 1933 und 1945 ist zugleich eine umfassende Zeitgeschichte, gespiegelt in den Perspektiven des Exils, zwischen Kosmopoliten, Demokraten und Stalinisten, wie im Inneren: jubelnde Fanatiker, prompte Arschkriecher, feige Anpasser, ängstlich Wegduckende, christlich oder humanistisch Widerstehende, alle die bedeutenden oder ehrenwerten Namen, die zurecht Verachteten oder tragisch Verhinderten. In präzisen Überblicken wie subtilen Auslegungen, fair abwägend und klar urteilend – ein dauerhaft erhellendes Werk über eine finstere, sich hoffentlich niemals wiederholende........
