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Verlockend schön: Lil Nas X – HipHop-Sounds mit grandioser Geste

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20.09.2021

Senkrechtstart ist ein schwacher Begriff fürs Erscheinen von Lil Nas X in den Höhen der Popmusik. Dabei, das lässt sich angesichts des Hypes schnell vergessen, beruht sein Erfolg auf einem einzigen Song, dem eigenwillig einleuchtenden Countrytrap „Old Town Road“. Billigst zusammengebastelt – aus einem 30-Dollar-Beat in einem 20-Dollar-Studio, kurz wie ein Tweet – machte ihn das Stück vor grade mal zwei Jahren zum Weltstar.

Dazu brauchte der 19-Jährige weder Plattenfirma noch Radio, sondern nur ein hochagiles Gespür für die Dynamik der sozialmedialen Plattformen, voran in der Kinderecke TikTok, die er mit knackigen Memes bombardierte. Am Ende saß „Old Town Road“ länger auf der Spitze der Billboard-Charts als irgendein anderer Song ihrer gut 60-jährigen Geschichte. Nach ein paar Monaten hatte er Spotify-Streams im Milliardenbereich und dazu den Majorschub mehrfacher Grammy-Nominierungen.

Logischerweise stand vor dem Albumdebüt „Montero“ – benannt nach Lil Nas’ Klarnamen Montero Lamar Hill – die Frage im Raum, ob der Singrapper aus Georgia mehr drauf hatte als den campy Noveltyscherz eines blingfreudigen Cowboys mit Gucci-Stetson. Dies zumal nach der unebenen Rockpoprap-EP „7“ von 2019. „Es bleibt unklar, ob er Musik überhaupt mag“, hieß es, stellvertretend für die Gesamtkritik, auf Pitchfork.

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© Berliner Zeitung


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