Auf Blumenpracht folgt Bartfriseur: Wie Spätis den einstigen Charme im Prenzlauer Berg verdrängen
Es war einmal … das Blumencafé. Wer schon länger im Prenzlauer Berg lebt, wird sich gewiss daran erinnern. Ein kleines Paradies an der Schönhauser Allee, ein Dschungel voller Blumen und Kletterpflanzen bis unter die Decke, in dem zwei Aras umherflogen und laut krächzend die Besucher begrüßten. Im Grün verteilt originelle Antiquitäten, Kommoden und Vitrinen, abgeliebte Sessel und weiche Samtsofas vor Holztischchen, an denen man frühstücken oder köstliche Kuchen genießen konnte. 30 Jahre lang gab es diese Institution, die in jedem Reiseführer stand. Vor knapp drei Jahren war Schluss: Erst eine Räumungsklage des Vermieters, dann Corona und schließlich der Energiepreisanstieg, das alles überlebte das Blumencafé nicht.
Lange stand die Fläche leer. Seit kurzem gibt es neue Mieter. In dem Haus mit der Nummer 127a bieten nun nebeneinander ein Späti, ein Barbershop und ein Döner- und Pizzaimbiss ihre Dienste feil.
Wozu ausgerechnet ein Barbershop? Das war mein erster Gedanke. Wieviele Spätis und Barbershops braucht ein Kiez? In Laufweite gibt es auf der Schönhauser bereits fünf Spätis,........
