menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Jugendschutz im Netz ginge auch ohne die EU

11 0
04.01.2026

Das neue Jahr hat soeben begonnen. Und es soll Großes bringen: eine EU-weite digitale Identität für alle und damit auch mehr Jugendschutz im Netz durch eine Altersgrenze für Soziale Medien, die auch effektiv umgesetzt wird. So wie in Australien, wo seit kurzem ein Mindestalter von 16 Jahren gilt und streng kontrolliert wird.

Was vielleicht nicht jede:r weiß: Eine gesetzliche Altersgrenze für Soziale Medien gibt es in Österreich schon länger. Jugendliche dürfen laut Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erst ab 14 Jahren selbständig zustimmen, dass ihre Daten online genutzt werden. Daran halten sich auch alle Sozialen Netzwerke, zumindest in der Theorie. In der Praxis hapert es bisher an der Kontrolle, weshalb nun die EU auf den Plan tritt.

Europa verfolgt dabei ein anderes Konzept als Australien. Dort nämlich kommt nicht bloß ein halbherziges „Ja, ich bin alt genug“-Hakerl zum Einsatz, sondern ein mehrstufiges Verfahren, in dem zunächst mit KI-Unterstützung das Nutzungsverhalten angeschaut wird: Wie bewegt sich die betreffende Person in den Sozialen Netzwerken? Wenn sich davon nicht ableiten lässt, dass sie hundertprozentig über 16 ist, wird sie automatisch ausgeloggt und darf nur dann wieder hinein, wenn sie ihr Alter über Drittanbieter mittels biometrischer Daten oder einer........

© Wiener Zeitung