„We Can’t Consent To This“
Das Jahr 2026 ist noch jung und schon wurden die ersten Tötungen von Frauen durch (Ex)-Partner öffentlich.
In einem Fall soll die Frau durch Würgen erstickt sein. Der Tatverdächtige soll laut Medienberichten gestanden haben, die Frau gewürgt zu haben. Nach seinen Angaben hat es sich um einen Unfall gehandelt; die Tötung sei beim Sex passiert. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Unabhängig vom vorliegenden Fall: Die Verteidigungsstrategie der Behauptung, dass eine Frau beim Sex unbeabsichtigt getötet wurde, ist international schon länger bekannt. Das Phänomen nennt sich „rough sex defense“ oder „sex game gone wrong“ – eine Verteidigungsstrategie, die der Argumentation folgt, das Opfer habe dem Verhalten, das zu seinem Tod geführt hat (in vielen Fällen das Würgen beim Sex) zugestimmt, folglich sei die Tötung selbst ein weniger schlimmes Vergehen.
In Großbritannien, wo die Rough Sex Defense schon lange als Problem diskutiert wird und wo deshalb auch Zahlen zur Häufigkeit ihrer Anwendung erhoben werden, wurde die Strategie von 1972 bis 2022 in Verhandlungen von mindestens 60 Femiziden herangezogen, in sieben Morden an Männern und in 115 Fällen von Übergriffen, die nicht zu einer Tötung führten. In mindestens 20 dieser Fälle waren die Angeklagten bereits zuvor wegen schwerer Gewalt gegen Frauen verurteilt worden, darunter Mord, Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, Entführung und........
