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Fünf Punkte, die Olaf...

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09.08.2021

Unter den drei Kandidaten, die sich ums Kanzleramt bemühen, ist er der beliebteste: Gäbe es eine Direktwahl zum Kanzler, wäre Olaf Scholz klar vorn. Er liegt in Umfragen zwar weit abgeschlagen hinter der abtretenden Amtsinhaberin, aber deutlich vor Unions-Bewerber Armin Laschet und der Grünen Annalena Baerbock. Wäre da nicht seine Partei, die SPD, die in der Beliebtheit weit hinter ihrem Kandidaten zurücksteht – Scholz wäre geradezu uneinholbar. Aber immerhin: Eine Ampelkoalition unter Scholz Führung ist denkbar. Meinungsforscher jedenfalls geben dieser Variante inzwischen eine Chance.

Scholz führt bisher einen nahezu pannenfreien Wahlkampf. Union und Grüne durchleiden mit ihren Kandidaten eine Krise nach der anderen, so dass sich viele fragen, ob die Parteien nicht das falsche Personal an die Spitze geschubst haben. Die Linkspartei weiß nicht, ob sie überhaupt über die Fünf-Prozent-Hürde kommt. Die AfD ist zerstritten und über ihren Zenit. Nur für die FDP läuft es rund – allerdings sind die Themen der Liberalen, wenn es hochkommt, für 15 Prozent der Deutschen attraktiv. Die SPD dagegen hat ihre beiden umstrittenen Vorsitzenden zu Stichwortgebern degradiert, die dem Kandidaten nicht in die Parade fahren. Sie hat einen starken Generalsekretär und auch die Ministerpräsidenten machen einen weitgehend skandalfreien, ordentlichen Job. Diesmal hat sie eine sorgfältig geplante Kampagne, in der nur eines nicht vorkommen darf: Scholz an dem zu messen, was er bisher geleistet hat.

In der langen Karriere des SPD-Politikers gibt es wie bei vielen Marathon-Politikern gravierende Bruchstellen. Doch während anderen das als „Ecken und Kanten“ ausgelegt wird, sieht es bei Scholz so aus, als werde er durch jede Wendung nur ein wenig abgeschliffener, biegsamer und........

© The European


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