Der Wahlsonntag verändert Deutschland: Zehn Lehren aus Berlin und Schwerin
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Der Wahlsonntag verändert Deutschland: Zehn Lehren aus Berlin und Schwerin
21. September 2026 | Ansgar Graw
AfD und Linke triumphieren, CDU und SPD verlieren dramatisch, ebenso die Grünen. Was die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern für Deutschland bedeuten.
Die Ränder wachsen, die Mitte schrumpft, und nie zuvor gab es für die CDU so heftige Prügel wie in Schwerin. Das sind Erkenntnisse aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, wo am Sonntag der Landtag beziehungsweise das Abgeordnetenhaus gewählt wurden. Etliche vermeintliche Sicherheiten des politischen Systems der Bundesrepublik sind zertrümmert worden – und zudem stellt sich die Frage, ob dieses Deutschland noch in der Lage zu Reformen ist. Die zehn wichtigsten Lehren des Wahlsonntags:
Erstens: „Pfui“ gilt nicht mehr - in Deutschland können Parteien der äußeren Ränder alle Konkurrenten abhängen. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die rechte AfD (die dort vom Verfassungsschutz nicht als „gesichert rechtsextrem“ oder als offen verkündeter Beobachtungsfall eingestuft wird) auf 38,2 Prozent (alle MV-Zahlen laut vorläufigem amtlichen Endergebnis) zur stärksten Partei gesteigert – ein Plus von 21,5 Prozentpunkten zur Wahl 2021. In Berlin hat Die Linke mit 25,6 Prozent (Berlin-Zahlen laut ARD-Hochrechnung von 23:02 Uhr) ebenfalls fast verdoppelt. Der Frust über die etablierten Parteien, ob stets zu recht oder mitunter schlicht nachgebetet, ist so groß, dass die Einstufung der AfD als „extremistisch“ oder antisemitische Vorfälle bei Die Linke nicht mehr abschrecken.
Zweitens: „Hui“ hat ebenfalls ausgedient – das einstige Vertrauen in die Mitte ist verflogen. Zwar kam die SPD, die schon vor geraumer Zeit ihren Status als „Volkspartei“ verloren hat, in MV mit 35,5 Prozent auf Platz 2. Aber die bislang stärkste Kraft im Land blieb damit nahezu drei Prozentpunkte hinter der AfD. In Berlin stürzte sie gar ab auf........
