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Was ist bloss mit der Schweizer Mehrheit los?

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20.12.2025

Die Bürgerlichen hätten das Jahr 2025 mit Prinzipientreue prägen können. Stattdessen gab es die Kapitulation vor dem Trumpismus – mit Gold, Rolex und sehr viel Opportunismus.

Eigentlich hätte das ablaufende Jahr eines der bürgerlichen, der konservativen Schweiz sein müssen. Angesichts der Kriege, des Erstarkens autoritärer Tendenzen und – nicht zuletzt – von Donald Trumps Chaospolitik. Wahrscheinlich hätte es vor dieser bedrohlichen Kulisse nichts Besseres gegeben als werttreue Politik, die Beständigkeit und Verlässlichkeit verheisst – getragen von über Jahrhunderten hinweg gefestigten Prinzipien.

Stattdessen zeigten die Schweizer Bürgerlichen, die rund zwei Drittel des Wahlvolks repräsentieren, unter Druck eklatante Schwächen, wenn es um die Wahrung der eigenen Prinzipien geht. Symptomatisch wurde dies beim Feilschen um US-Zölle: FDP-Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter scheiterte an Trump – am Ende schmeichelten Unternehmer seinem Narzissmus mit Gold und Rolex, um tiefere Zollsätze zu erreichen.

Das ist bezeichnend dafür, wie die Exponenten der bürgerlichen Schweiz bereit waren, sich einem politischen Extremismus anzupassen, denn um nichts anderes handelt es sich bei Trumps Chaospolitik. Die bürgerliche Schweiz gibt sich gerade in Abgrenzung gegenüber der Linken gern als........

© Tages Anzeiger Meinungen