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Von ZF bis Porsche: Wie geht es mit den großen Stellenabbau-Programmen im Südwesten weiter?

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05.01.2026

In den Kernbranchen Baden-Württembergs kriselt es. Ob nun bei Mercedes-Benz, Porsche, Bosch, Mahle, ZF oder Voith – überall werden Sparprogramme aufgelegt, Stellen gestrichen und Strukturen umgebaut. Ein Überblick über die wichtigsten Sparpläne und ihre Folgen für den Südwesten.

Schwache Geschäfte in China und den USA sorgen bereits seit einiger Zeit für ein Absatzminus bei Mercedes-Benz. Die US-Zölle belasteten das Geschäft zusätzlich. Um die Profitabilität wieder zu steigern, hatte das Management um Vorstandschef Ola Källenius im vergangenen Februar ein Sparprogramm aufgelegt. „In den kommenden Jahren wird das Unternehmen über alle Kostenarten hinweg mehrere Milliarden Euro jährlich einsparen“, teilte eine Sprecherin mit. Das Ziel ist, Mercedes „wetterfester“ zu machen. 

Auch beim Personal wird gespart. Mit dem Gesamtbetriebsrat vereinbarte der Autobauer daher ein Paket mit einem Abfindungsprogramm für Beschäftigte in den indirekten Bereichen wie der Verwaltung. Das Programm hat dem Management zufolge einen Umfang von rund fünf Milliarden Euro im Vergleich zu früheren internen Planungen. Wie viele Menschen in Deutschland das Unternehmen bereits verlassen haben, wurde bislang nicht mitgeteilt. „Es geht nicht darum, an einem Wettbewerb teilzunehmen, wer die meisten Beschäftigten abbaut. Es geht darum, unsere finanziellen Ziele zu erreichen“, so die Sprecherin. 

Anhaltspunkte finden sich in den Geschäftszahlen: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Autobauers betrug von Juli bis September rund 2 Milliarden Euro - nach 2,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Wert sei um Sondereffekte in Höhe von insgesamt 1,34 Milliarden Euro bereinigt worden, hieß es. Ein Großteil davon - nämlich 876 Millionen Euro - entfielen demnach auf den Personalabbau in Deutschland sowie auf Sparbemühungen im Ausland. 

Hinter dem Sportwagenbauer Porsche liegt ein turbulentes Jahr. Neben dem sinkenden Absatz belastet das Unternehmen der Strategieschwenk, wieder mehr Verbrenner zu entwickeln und zu produzieren. Der kostet Milliarden - und hat den Gewinn des Konzerns bislang fast komplett aufgezehrt. Auch deshalb laufen Gespräche über eine weitere Sparrunde. Der ausgeschiedene Porsche-Chef Oliver Blume hatte kürzlich in Aussicht gestellt, dass sie im ersten Quartal abgeschlossen werden könnte. Sein Nachfolger Michael Leiters muss das Thema nun beackern, und es ist sicherlich seine erste große Herausforderung.

Erst im vergangenen Februar hatten sich die VW-Tochter und Arbeitnehmervertreter auf ein erstes Sparpaket geeinigt. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart demnach 1.900 Jobs wegfallen – wegen der Beschäftigungssicherung sozialverträglich. Außerdem laufen die Verträge von rund 2.000 befristet Angestellten aus.........

© Südkurier