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Rollenspiele mit und gegen Klischees: Münchener Kabarettistin will Abwechslung nach Singen bringen

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04.01.2026

Frau Wanninger, Sie lieben es, den Leuten aufs Maul und ins Herz zu schauen. Bekommen Sie damit die Ideen für Ihre Kabarettprogramme?

FRANZISKA WANNINGER: Manchmal schon. Ich glaube, in meine Programme fließt viel von dem ein, was ich einmal irgendwo gesehen oder gehört habe.

Wie würden Sie Ihren Humor beschreiben?

FRANZISKA WANNINGER: Ich glaube, mein Humor findet auf unterschiedlichen Ebenen statt. Ich möchte nicht nur mit Klischees arbeiten, sondern auch mal mit ihnen brechen. Die Komik entsteht einerseits automatisch, wenn ich mich zum Beispiel als Frau in die Rolle eines dicken Mannes mit Doppelkinn fallen lasse. Manchmal erzähle ich aber auch einfach eine längere Geschichte, an deren Ende eine fulminante Pointe kommt. Mal kommen viele Pointen aufeinander, oder auch mal ein Wortwitz. Ich glaube, mein Humor lebt von der Abwechslung. Im Grunde mache ich das, was ich selbst lustig finden würde, und möchte nicht nur das Publikum überraschen, sondern bestenfalls auch mich selbst.

Sie sind sehr ländlich, im Landkreis Altötting in Oberbayern, aufgewachsen. Wie hat sie diese Zeit geprägt?

FRANZISKA WANNINGER: Die Zeit auf dem Dorf hat mich sehr geprägt. Nun lebe ich schon lange in der Großstadt und ich denke mir oft, dass sich Kindern, die dort aufwachsen, niemals das ganze Spektrum der Menschen erschließt, weil sie ein nur homogenes Umfeld kennen. Sie wachsen in einem Viertel auf, in dem die Nachbarn ein ähnlich soziales Umfeld haben, die Eltern eine........

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