Philipp Amthor zwischen Macht und Häme
Es scheint nicht so, als ob Philipp Amthor die Kernfrage der CDU nicht durchaus bewusst wäre. „Glaubwürdigkeit kommt zu Fuß, aber reitet mit dem Pferde davon“, sagt er und lächelt in die Kamera. Es ist ein Satz, den er gerne und immer wieder anbringt in politischen Debatten. Eine Mahnung, verpackt in einen eingängigen Kalenderspruch. Und Amthor liegt mit seiner Diagnose durchaus richtig: Das Vertrauen vieler Menschen in die Politik ist mindestens angeschlagen. Und das betrifft auch und in großem Maße seine eigene Partei. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa kam erst in dieser Woche zu dem Ergebnis: „Nur ein Zehntel der Wahlberechtigten traut der Union politische Kompetenz zu.“ Bundesweit würden derzeit nur 15 Prozent aller Wahlberechtigten der Union ihre Stimme schenken. Auch Amthor soll das ändern.
Der 33-Jährige gilt in der Partei – allen voran aber wohl Bundeskanzler Friedrich Merz selbst – als Hoffnungsträger und Talent. Seit dem dunkelsten Wahlabend der CDU-Geschichte, bei dem die Partei in Mecklenburg-Vorpommern erstmals aus einem Landtag geflogen war, führt Amthor nun den dortigen Landesverband kommissarisch als Vorsitzender an. Seit Sommer hat er auch ein Büro im Kanzleramt. Als Staatsminister kümmert er sich um die Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Es ist ein Karriere-Schub, mit dem nicht jeder mehr gerechnet hätte. Berichte über die umstrittene Lobbyarbeit des Jungpolitikers für das New Yorker Start-up Augustus Intelligence hatten ihn vor sechs Jahren ausgebremst. Der Bundestag stellte nach einer Prüfung zwar fest, dass........
