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Wenn der Gaul durchgeht: „Schimmelreiter“-Abend am Stadttheater will zu viel auf einmal

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25.04.2026

Ein Gespenst geht um in Europa, und es ist das Gespenst des Schimmelreiters. Jener Typus Unternehmer, den Theodor Storm in seiner gleichnamigen Novelle so treffend beschreibt: besessen von seinem eigenen Genius, verächtlich gegenüber der Naivität des gemeinen Volkes, rücksichtslos beim Durchsetzen seiner Interessen. Ja, es ist mit Blick auf die Elon Musks und Jeff Bezos dieser Welt keine abwegige Idee, unsere Gegenwart einmal auf der Folie dieser Erzählung zu betrachten. Auch wenn man bei Hannes Weilers Stück „Schimmel! Ohne Pferd und ohne Reiter“ von derselben allenfalls noch Spurenelemente zu erkennen vermag.

In seinem Auftragswerk fürs Theater Konstanz dreht der Autor die Perspektive um. Nicht der Deichgraf hat uns hier zu interessieren, sondern alle anderen: eine Öffentlichkeit, die gar nicht daran vorbei kommt, sich mit seinen Ideen von Fortschritt und Disruption zu beschäftigen. Weil diese Art von Unternehmertum immer gleich eine ganze Gesellschaft in Haftung nimmt, jeden einzelnen zum Mitmachen verpflichtet.

Auf der Bühne des Stadttheaters hat der Graf seinen Deich bereits errichtet (Bühne: Florian Dietrich), sogar ein Baum hat darauf schon einmal Wurzeln geschlagen, aus seinem Stumpf........

© Südkurier