Überraschungsgast in Konstanz? Deshalb fliegt der Zeppelin nur scheinbar den Flugplatz an
Am Flugplatz in Konstanz sind es normalerweise Kleinflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Motorsegler oder Segelflugzeuge, die starten oder landen. Entsprechend ungewohnt wirkt es, wenn plötzlich ein Zeppelin die Landebahn ansteuert und in niedriger Höhe über das Gelände zieht. Doch genau das war am Montagmorgen, 20. April, zu beobachten: Das große Luftschiff senkte sich auffällig tief über den Flugplatz, lies die Blicke nach oben wandern und erweckte für einen Moment den Eindruck, als würde es zur Landung ansetzen.
Flugleiter Schuhmacher erläutert geplantes Manöver
Wie Flugleiter und Beauftragter für Luftaufsicht Jan Schuhmacher erklärt, handelte es sich bei dem Flug um ein geplantes Manöver. Der Zeppelin kam aus Friedrichshafen und näherte sich dem Konstanzer Flugplatz, ohne tatsächlich zu landen. Der Zeppelin sinke dabei auf eine Höhe von 150 Metern ab, um anschließend wieder aufzusteigen und den Flug fortzusetzen. Solche Anflüge sind „gang und gäbe“ für Piloten, erklärt Schuhmacher, und können unter dem Begriff Übungsanflug verbucht werden.
Piloten nutzen diese, um Plätze kennenzulernen und anzufliegen, ohne eine vollständige Landung durchzuführen. Bei dem Flug am Montagmorgen sei es laut dem Flugleiter nicht um Flugschulung oder Pilotenausbildung gegangen, sondern darum, Routine zu sammeln und Erfahrungen mit unterschiedlichen Gegebenheiten zu machen. Nach dem Anflug stieg der Zeppelin steil wieder auf und setzte seinen Flug zurück nach Friedrichshafen fort.
Zeppelin simuliert Landung außerhalb des Heimatflughafens
Solche Manöver kommen in Konstanz eher seltener vor. Laut Flugleiter Jan Schuhmacher sind diese Routineanflüge in den vergangenen Jahren lediglich zweimal zu beobachten gewesen. Für viele wirkt der tiefe Flug daher ungewöhnlich, tatsächlich gehöre er für die Piloten aber zum normalen Ablauf, so Schuhmacher. Ein vergleichbarer Flug konnte bereits im August 2025 beobachtet werden. Auch dabei näherte sich der Zeppelin scheinbar zur Landung, setzte jedoch nicht auf.
Solche Manöver können laut Auskunft der Deutschen Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen auch Teil von Trainingsflügen im Rahmen der Pilotenausbildung sein. Ziel dabei ist es, mindestens zwei verschiedene Orte anzusteuern, um eine Landung zu simulieren, die nicht zum Heimatflughafen gehören, so die Reederei. Tatsächlich landen Zeppeline nur in Ausnahmefällen in Konstanz. Zuletzt war dies im Juli 2024, im Rahmen eines Sonderprojekts, der Fall. Eine regelmäßige Stationierung war nach Auskunft der Reederei auch 2025 nicht geplant. Und so bleibt es auch künftig nur bei Annäherungen wie dieser, die für Beobachter spektakulär bleiben, aber für Piloten zur Routine gehören.
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