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Immer wieder geht es um die Zahl 200: Besondere Aktion macht Ort zum Bienenparadies

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14.04.2026

Zwar bilden Bodman und Ludwigshafen seit über 50 Jahren eine Doppelgemeinde, doch jetzt steht ein besonderes Jubiläum an: Vor 200 Jahren wurde aus Sernatingen Ludwigshafen. Zu diesem Anlass machen engagierte Bürger zusammen mit Partnern aus Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Heimat ein besonderes Geschenk: das gemeinschaftliche Natur- und Umweltprojekt „Sernatura – Beedabei“. Am Sonntag, 17. Mai, findet umrahmt von kurzen Ansprachen, Musik und Verpflegung eine große Pflanz- und Kunstaktion im Schlösslepark statt.

Bereits am Sonntag, 19. April, informiert Daniel Trisner, Kopf des Organisationsteams, ab 17 Uhr im Katholischen Gemeindezentrum über den Aktionstag. Er hat außerdem Roll-Up-Banner drucken lassen, die am Zollhaus, am Kindergarten St. Michael und an der Sernatingen-Schule neben einem bepflanzten Blumenkasten und einer Box mit Info-Flyern stehen werden. Die Grundschule und der Kindergarten werden mit den Kindern begleitende Projekte durchführen, erzählt Daniel Trisner. Dem SÜDKURIER gewährt er vorab spannende Einblicke in die Veranstaltung.

Immer wieder geht es um die Zahl 200

Sieben Tonnen der Wundererde Terra Preta und 200 gelbe Pflanzkästen wurden bereits geliefert. Bienenfreundliche, einheimische Pflanzen kommen von der Baumschule Kern. Jeder Besucher oder jede Familie erhält einen 80 Zentimeter breiten gelben Kasten, befüllt ihn mit Terra Preta und bepflanzt ihn auf Brauerei-Tischen mit vier Pflanzen. Es wird fertig bepflanzte Kästen zur Ansicht und auch fachkundige Anleitung geben, damit am Ende alle zufrieden mit ihrem Werk sind. Wasserbecken zum Händewaschen sind vorhanden, denn am liebsten wäre es Trisner, wenn die Leute beherzt in die schwarze Masse greifen und Kontakt mit dieser besonderen und reinen Erde haben.

Das Programm beginnt um 16.30 und geht bis 20 Uhr, also 200 Minuten. Bio-Gärtner Stefan Strasser von der Lilienarche aus Erlangen wird vor Ort sein und nochmals erklären, was Terra Preta ist und kann und warum bienenfreundliche Pflanzen und gelbe Kästen so wichtig sind.

Mit den bepflanzten Kästen soll dann auf 1200 Quadratmetern eine riesige 200 gestellt werden. Die Form werde vorher aufgesprüht, verrät Daniel Trisner. Dennoch wird die praktische Umsetzung nicht ganz leicht, denn die Terra Preta wiegt einiges mehr als herkömmliche Blumenerde. Schubkarren, Kinder- oder Bollerwagen werden beim Transport von Nutzen sein – und auch benötigt, um die Kästen später mit nach Hause zu nehmen.

Blumenkästen dienen für Jubiläumsposter

Denn das Besondere an der Aktion ist nicht nur der Einsatz für die Natur: Sobald die Zahl 200 aufgebaut ist, werden mit einer Drohne Luftaufnahmen für ein Jubiläumsposter gemacht. Danach darf jeder Teilnehmer oder jede Familie seinen beziehungsweise ihren Kasten mitnehmen. Wenn jemand keine Transportmöglichkeit hat, werden die bepflanzten Kästen mit Namen und Telefonnummer versehen und bei der Baumschule Kern gelagert. Älteren Personen werde das Organisationsteam die Kästen auch bringen, verspricht Trisner. An diesem Tag findet auch eine Verlosung von 200 Taglilien mit Namen „Hemerocallis Bodanum-Sernaticum“ statt, die Stefan Strasser eigens für die Gemeinde gezüchtet hat. Jedes Los kostet 200 Cent.

Politiker kommen mit dem Autokorso

Der Name Sernatingen ist im Ortsbild noch präsent. Das wird drei Politikern besonders verdeutlicht: Vor Beginn der Veranstaltung werden der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (CDU), die Landtagsabgeordnete Saskia Frank (Bündnis 90/Grüne) sowie Bürgermeister Christoph Stolz vom MSC Sernatingen an der Sernatingen-Schule in einem Autokorso von zehn Oldtimern abgeholt und durch die Sernatingenstraße zur Uferanlage gebracht.

Auch am Zollhaus und der Schiffsanlegestelle werden die weithin sichtbaren Beedabei-Kästen künftig hängen und mit allen anderen im Ort ein tolles Bild abgeben. Daniel Trisner sagt, man werde zu einer vorbildlichen Beedabei-Gemeinde, die Verantwortung übernimmt. „Jeder bepflanzte Kasten ist ein kleines Stück grüne Zukunft und steht für einen Menschen, der mitmacht und Hoffnung pflanzt.“

Kleiner Festakt im Zollhaus

Am Dienstag, 25. August, findet von 18 bis 20.30 Uhr ein Festakt statt. Unter anderem wird dabei die Taglilie „Hemerocallis Bodanum-Sernaticum“ getauft. Die Brassband wird die Gäste unterhalten. Es soll Ansprachen, eine historische Zeitreise durch einen Vortrag und vielleicht ein kleines Theaterspiel oder Musikstück geben. Vor dem Zollhaus wird ein beladenes Fuhrwerk mit Holzkisten, Fässern, Jute-Säcken und Strohballen stehen, um visuell den damals florierenden Speditionsplatz am Hafen zu zeigen. Hinweistafeln werden über den Ursprung der Umbenennung informieren. Eine Lädinen-Rundfahrt und Schiffshistorie sind im „Ludwigs-Hafen“ in Planung.

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