menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Demenz-Risikofaktoren: Was das Risiko wirklich erhöht

14 0
22.05.2026

Die wichtigsten Erkenntnisse

Zwischen 40 und 45 Prozent aller Demenzfälle könnten laut Forschenden theoretisch vermieden oder zumindest verzögert werden.

Hörverlust, Rauchen, Depressionen und soziale Isolation zählen inzwischen zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren.

Fachleute sehen Demenz heute zunehmend als Folge langfristiger Schäden an Gefäßen, Stoffwechsel und Gehirn – nicht nur als reine Alterserscheinung.

Demenz gehört zu den Erkrankungen, vor denen sich viele Menschen im Alter besonders fürchten. Lange galt vor allem das Alter als entscheidender Auslöser. Inzwischen zeigt die Forschung jedoch ein deutlich komplexeres Bild: Neben genetischen Faktoren scheinen auch Lebensstil, Herz-Kreislauf-Gesundheit, soziale Kontakte und Umweltfaktoren das Risiko zu beeinflussen. Fachleute gehen heute davon aus, dass sich ein Teil der Demenzfälle möglicherweise verhindern oder zumindest hinauszögern ließe, wenn bestimmte Risikofaktoren frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Demenz: Welche Risikofaktoren gelten als besonders gut belegt?

Forschende der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben inzwischen eine Reihe von Faktoren identifiziert, die das Risiko für Demenz erhöhen können. Einige davon lassen sich beeinflussen, andere nicht.

Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren zählen laut WHO und der Alzheimer Forschung Initiative:

Viele dieser Faktoren wirken offenbar nicht isoliert, sondern verstärken sich gegenseitig. Forschende beobachten seit Jahren, dass insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselprobleme eng mit dem Risiko für Demenz verknüpft sind. Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte können Blutgefäße schädigen und dadurch die Versorgung des Gehirns beeinträchtigen. Vor allem das Risiko für vaskuläre Demenz steigt dadurch deutlich an. Gleichzeitig diskutieren Forschende, ob erhöhte Cholesterinwerte die Ablagerung von Amyloid-beta und Tau begünstigen könnten – Eiweiße, die als typische Merkmale der Alzheimer-Erkrankung gelten.

Damit verändert sich auch der Blick auf Demenz insgesamt. Lange wurde die Erkrankung vor allem als Folge von Alterungsprozessen im Gehirn........

© Südkurier