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Diesel für 1,72 Euro pro Liter? So werden Sie beim Tanken nicht abgezogen

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10.01.2026

Da hat mich doch der Donner gerührt. An Silvester hat die Tankstelle in Ducherow (Vorpommern) einen Preis von 1,72 Euro für den Liter Diesel aufgerufen, am Tag zuvor hatte ich in Erle (Westfalen) noch 1,52 Euro gezahlt, zehn Euro weniger für eine normale Tankfüllung. Wie kommen solche Preissprünge zum Jahreswechsel zustande  ?

Hermann-Josef Tenhagen, Jahrgang 1963, ist Chefredakteur von »Finanztip« und Geschäftsführer der Finanztip Verbraucherinformation GmbH. Der Geldratgeber ist Teil der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. »Finanztip«  refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links, nach deren Anklicken »Finanztip« bei entsprechenden Vertragsabschlüssen des Kunden, etwa nach Nutzung eines Vergleichsrechners, Provisionen erhält. Mehr dazu hier .

Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift »Finanztest« geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der »taz«. Dort war er jahrelang ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Auf SPIEGEL.de schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.

Ist es die CO₂-Abgabe des Finanzministers Lars Klingbeil (SPD), die für die Preissteigerung verantwortlich  ist? Oder die strenger werdende Klimapolitik der EU unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) mit teurer werdenden Treibhausgaszertifikaten? Oder ist es wieder einmal die Profitgier der Mineralölkonzerne, allen voran der beiden Markenriesen, der BP-Tochter Aral mit ihrem BP-Europachef Patrick Wendeler und der Deutschen Shell mit Chef Felix Faber? Oder vielleicht alles drei?

Die Mineralölkonzerne selbst wollen bei der Aufklärung nicht helfen. Auf meine Anfrage bei Aral antwortet die Pressestelle: »Aus Wettbewerbsgründen äußern wir uns grundsätzlich nicht zur Preisbildung an Tankstellen.« Ich solle doch beim Mineralölverband EN2X fragen, dessen Chef wiederum BP-Mann Patrick Wendeler ist. Der Verband erklärte dann Donnerstagabend, die Mehrkosten für den Klimaschutz habe man schon vor Weihnachten kommen sehen . Die Konzerne müssten »sich schon jetzt auf die steigenden Anforderungen einstellen«, auch wenn das entsprechende Gesetz noch gar nicht verabschiedet sei.

An dieser Stelle vernachlässige ich mal die täglichen Preisschwankungen. Die Konzerne ändern die Preise an der Zapfsäule laut Kartellamt bis zu 22-mal am Tag, die Algorithmen sollen den maximalen Profit aus tankenden Kunden herausholen. Pächterinnen und Pächter haben auf die Preisbildung keinen Einfluss. Ihre Verdienstmarge wird immer stärker vom Nebengeschäft bestimmt: belegte Brote, Bockwurst, Kaffee und Süßigkeiten .

Woher kommen also die 17 bis 20 Cent Schwankungen beim Preis vom einen auf den anderen........

© Spiegel Online