Der Winter macht ernst – und hält der Gesellschaft den Spiegel vor
Bisher hat die Stadt beim Räumen und Schippen eigentlich einen ganz guten Job gemacht. Warum sind das Gemeckere und die Unzufriedenheit so groß?, fragt sich Kolumnist Stefan M. Kob.
Liebe Leserinnen und Leser,
kommen wir einmal zu dem wirklich wichtigen Thema dieser Zeit – dem Winter. Der macht diesmal seinem Namen alle Ehre und tut das, was ein Winter eben so tut: Er bringt Schnee, Frost und Sturm. Und so unseren schönen geregelten und getakteten Alltag durcheinander. Schnell ist vom Schneechaos die Rede, wenn der Weg zur Arbeit länger dauert oder man zu spät zu Terminen kommt.
Diejenigen, die sich dem „Chaos“ alle Jahre wieder entgegenstemmen, tragen orangefarbene, reflektierende Arbeitskleidung der Technischen Betriebe Solingen (TBS). Sie sitzen stundenlang bei Kälte und Dunkelheit auf Streuwagen und Schneeräumern. Oder schaufeln und fräsen Schnee von Bürgersteigen und Bushaltestellen. Das oft zu Zeiten, in denen die meisten von uns noch im warmen Bett liegen und erst später nach einer heißen Tasse Kaffee der rauen weißen Wirklichkeit vor der Haustür entgegentreten.
Die TBS haben ausreichend Streusalz im Depot gebunkert. Aber dort lagert kein zusätzliches Personal für solche extremen Situationen. Der Winterdienst muss also mit den vorhandenen Kräften auskommen. Das bedeutet Nachteinsätze, Extraschichten und Ruhepausen am gesetzlichen Minimum. Bisher hat das dank vorausschauender Planung und hohem Einsatz gut funktioniert. Trotz erheblicher Schneemassen blieb das Chaos bisher aus. Es gab keine stundenlangen Blockaden durch querstehende Fahrzeuge, die Busse fuhren zwar nicht pünktlich, aber sie fuhren.
Wer nun denkt, die orange-weißen Retter würden in einer Woge........
