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Intervention der USA in Venezuela: Darf man sich über Maduros Sturz freuen?

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13.01.2026

Er steckt in einer Art Jogginganzug, sehen und hören kann er nicht, weil er eine undurchsichtige Brille über den Augen und Gehörschutz über den Ohren trägt, in den gefesselten Händen hält er eine kleine Flasche Wasser: Das Foto von Nicolás Maduro, dem ehemaligen Machthaber von Venezuela, der an Bord des US-Kriegsschiffs „Iwo Jima“ nach New York zum Prozess gebracht wird, ist schon jetzt eine Ikone der Zeitgeschichte. Online verbreitet wurde es von seinem Gegenspieler Donald Trump, die erniedrigende Botschaft war eindeutig: Seht, so geht es, wenn man sich den USA widersetzt.

Das Echo auf die Intervention der USA war vielfältig: einerseits weithin Empörung über den ebenso offenen wie offensichtlichen Rechtsbruch; dann, vor allem seitens der Verbündeten, gewundene Statements („komplex“ sei das alles, schrieb beispielsweise der Bundeskanzler); schließlich aber auch explizite Genugtuung, dass der Gewaltherrscher vertrieben wurde. „Ein Diktator weniger ist eine gute Nachricht“, befand etwa Alexander Hoffmann, der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag.

Man muss sagen, dass es für Maduro noch vergleichsweise glimpflich ausgegangen ist. Das Berufsbild des Diktators schließt ein erhebliches persönliches Risiko ein, sollte die Macht nicht ausreichen, um das Leben im Amt zu beschließen. Der........

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