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Muss man sich manche Gedanken selbst verbieten, wenn die Gefahr besteht, dass sie in falsche Hände geraten könnten?

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09.04.2019

Wie gefährlich sind eigentlich Gedanken? Können Begriffe und Theorien, Konzepte und Hypothesen, Weltdeutungen und ideologische Überzeugungen überhaupt gefährlich sein? Gehört es nicht zum Selbstverständnis einer freien Gesellschaft, dass in dieser eine fruchtbare Konkurrenz zwischen den Gedanken deren Entwicklung befördern soll? Und gehört zu diesem Wettbewerb nicht, dass alles, selbst noch das Absonderlichste und Abstruseste, gedacht und formuliert werden darf, denn auch der Kampf gegen die Dummheit schärft das Denken und bringt uns der Wahrheit vielleicht ein wenig näher?

Was aber, wenn es nicht beim Denken bleibt? Wenn zur Tat geschritten wird? Wenn Anhänger und Adepten einer Ideologie oder eines Glaubenssystems darin das Motiv und die Rechtfertigung für Gewaltakte suchen und finden? Müssen Gedanken und ihre Urheber dafür zur Verantwortung gezogen werden? Und muss man sich manche Gedanken selbst verbieten, wenn der........

© Neue Zürcher Zeitung