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Die Kirche bleibt im Dorf

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19.01.2026

Die Gegner der «200 Franken sind genug»-Initiative verschiessen im Abstimmungskampf Nebelpetarden, findet Jonas Lüthy, Präsident der Jungfreisinnigen. Das Begehren zwinge die SRG lediglich zur Fokussierung auf das Wesentliche.

Dereinst bildete die Kirche das Zentrum des Gemeinwesens: sozial und nicht selten auch politisch. Glaubt man den Gegnern der SRG-Initiative, so nimmt heute ein eineinhalb Milliarden Franken schwerer, gebührenfinanzierter Medienkoloss eine vergleichbare Stellung ein: die SRG, als vermeintlich einzige Garantin «seriöser Information», der gemeinsamen kulturellen Öffentlichkeit und der Demokratie. Wird die SRG auf ihre Kernfunktion zurückgeführt und die Haushaltsabgabe auf 200 Franken reduziert, so würde man die Kirche ihrer ordnenden Stellung entheben und in der Logik der Gegner das Ende der besagten Begriffe einläuten.

Versinnbildlicht wird diese Auffassung im gewählten Sujet: «Gute Nacht, seriöse Information», skandieren die Initiativgegner auf Plakaten, auf denen im Hintergrund verzerrt ein Bild der Sendung «Tagesschau» zu erkennen ist – als habe die SRG das alleinige Patent auf seriöse Information gepachtet. Das verfehlt die mediale Realität und tut........

© Luzerner Zeitung