Keine Zeit für Hellebardentheater – zu viel steht auf dem Spiel
Die Macht des Stärkeren dominiert wieder. Der Kleinstaat Schweiz fühlt sich gedemütigt: Welchen Fehler wir nun nicht begehen dürfen, schreibt unser Gastautor André Holenstein, emeritierter Professor für ältere Schweizer Geschichte an der Universität Bern.
Wir leben in turbulenten Zeiten. Russland hat die Ukraine angegriffen und bedroht die Sicherheit Europas. Der Krieg konfrontiert die Schweiz mit der Frage, wie verlässlich die Neutralität als sicherheitspolitische Strategie noch ist. Die USA setzen willkürlich Zölle als Erpressungsinstrument gegen ihre Handelspartner ein und konfrontieren die Schweiz mit der Frage, wie stabil ihre Handelsbeziehungen und damit auch ihr Wohlstand sind.
Die Zuwanderung in die Schweiz löst starke Emotionen aus und konfrontiert die Schweiz mit der Frage, wie sie die Gratwanderung zwischen ihrer Standort- und Steuerpolitik, der Beschaffung dringend benötigter Arbeitskräfte und Steuerzahler und den Sorgen über volle Züge und hohe Mieten schaffen will. Die Macht des Stärkeren dominiert wieder die Bühne. Der Kleinstaat Schweiz fühlt........
