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Streiks gegen Inflation statt „konzertierte Aktion“ mit den Bossen

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05.07.2022

Olaf Scholz lädt Gewerkschaften, Kapitalverbände und Bundesbank zu Gesprächen über gemeinsame Maßnahmen gegen die steigende Inflation. Das Ziel: Die Arbeiter:innen sollen die Krise bezahlen.

In bester sozialpartnerschaftlicher Tradition sollen sich bei der sogenannten „konzertierten Aktion“ (also einer abgestimmten Zusammenarbeit von Arbeitgeber:innen, Arbeitnehmer:innen, Regierung und Banken) die Vertreter:innen unterschiedlicher Klassen möglichst auf eine gemeinsame Linie zum Umgang mit der Wirtschafts- und Versorgungskrise einigen. Wichtigste Teilnehmer:innen der am Montag von Olaf Scholz einberufenen „konzertierten Aktion“ sind die DGB-Chefin Yasmin Fahimi, der Präsident des Arbeitgeberverbands Rainer Dulger und der Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Dabei betonten alle Beteiligten, dass nicht sofort mit Ergebnissen zu rechnen sei. Stattdessen solle es in nächster Zeit mehrere dieser Treffen geben. Anlass für die „konzertierte Aktion“ sind unter anderem die Hafenstreiks, die für 14 Prozent mehr Lohn kämpfen – weshalb auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger meinte, dass es Mittel bräuchte, Streiks verbieten zu lassen.

Scholz bezeichnete die steigenden Preise bei Verbrauchsgütern und die im Herbst und Winter zu erwartenden Preissteigerungen, insbesondere bei Gas, kürzlich als „sozialen Sprengstoff“ – so weit so korrekt. Doch das bürgerliche Lager erklärt uns zusätzlich, dass die größte Gefahr von einer drohenden Lohn-Preis-Spirale ausgeht. Also einer immer weiter steigenden Inflation, befeuert durch hohe Lohnforderungen der Beschäftigten.

Trotz Tarifverhandlungen, die, wie zuletzt zu beobachten, zugunsten der Arbeitgeber:innen ausgehen, schlitterte man in die Inflation. Und nun drohen sie uns, dass „zu hohe“ Löhne die Inflation verschärfen würden? Während Unternehmen in erster Linie die Preise anziehen, um ihre Profite aufrechtzuerhalten oder sogar noch zu erhöhen, wird mit dem Schreckgespenst der Lohn-Preis-Spirale die Schuld an der Inflation den Lohnabhängigen zugeschoben.

Selbst der Tarifabschluss, den die IG Metall in der Eisen- und Stahlbranche kürzlich abgeschlossen hat, steht nicht in Verdacht, eine “Lohn-Preis-Spirale” anzuheizen. “Höchster Tarifabschluss seit 30 Jahren in der Stahlindustrie”, tönte die IG Metall hierzu. Doch auch........

© Klasse Gegen Klasse


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