Urabstimmung bei Mahle Neustadt: Für den Vollstreik zum Erhalt des Werks!
Urabstimmung bei Mahle Neustadt: Für den Vollstreik zum Erhalt des Werks!
Der Automobilzulieferer Mahle GmbH, der seinen Sitz in Stuttgart hat, will sein Werk in Neustadt an der Donau bis 2027 dicht machen. Nach einer Woche Streik gibt es ein Verhandlungsergebnis, das die Schließung vorsieht. Es braucht die Fortsetzung des Streiks!
Die Tarifverhandlungen mit der Geschäftsleitung sind nun am Freitag zu einem Ergebnis gekommen. Von der eigentlichen Forderung der Erhaltung des Werkes steht dort aber nichts. Stattdessen wollen die Bosse die Beschäftigten mit einer umfassenden Abfindung vertrösten. Die Urabstimmung für die Tarifergebnisse soll am Montag stattfinden, dabei braucht sie im Gegensatz zu der Abstimmung für den unbefristeten Streik lediglich eine Zustimmung von 25 Prozent, um das Verhandlungsergebnis anzunehmen.
Die Details des Verhandlungsergebnis werden erst am Montag vorgestellt, was den Kolleg:innen kaum Zeit lässt, sich damit intensiv auseinanderzusetzen. Nach unseren aktuellen Informationen sieht das Ergebnis eine Abfindung vor: Für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit sollen die Kolleg:innen ein Monatsgehalt mal genommen eines Faktors erhalten. Die Staffelung der Abfindung nach verschiedenen Altersstufen spaltet die Beschäftigten. Die Altersgruppen von 31 bis 44 bekommen auf ihre Abfindung den Faktor 0,9, doch die Beschäftigten ab 45 bekommen bereits den Faktor von 1,4. So werden ältere Beschäftigte deutlich besser hingestellt, als ihre jüngeren Kolleg:innen, was viele der älteren dazu überzeugen kann, die tariflichen Bestimmungen anzunehmen.
Die Annahme des Verhandlungsergebnis würde bedeuten, die Schließung zu akzeptieren, ohne alle Möglichkeiten eines längeren Streiks ausgeschöpft zu haben. Gerade jetzt bräuchte es einen Kampfplan, damit die Beschäftigten tatsächlich die Wahl haben, eine Abfindung zu akzeptieren oder den Streik fortzusetzen. Ein Kampfplan müsste beinhalten, die Solidarität der Bevölkerung herzustellen, Solidaritätsaktionen an anderen Standorten von Mahle und Zulieferern zu organisieren, und sich mit anderen Kämpfen zu vernetzen, wie dem Streik an den Berliner Vivantes-Kliniken oder mit der Schulstreikbewegung. Eine breite Kampagne könnte das Ruder umreißen.
Genau jetzt, wo die Unternehmensleitung am Verhandlungstisch sitzt, ist es wichtig, nicht einfach so einzuknicken. Wenn man jetzt weiter streikt, fügt man dem Unternehmen einen immer größeren wirtschaftlichen Schaden zu und verbessert die Position der Arbeiter:innen. Nur durch das Weiterführen und Ausweiten des Streiks können die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Auch viele der 350 Beschäftigten, die Stand jetzt ihren Arbeitsplatz und somit ihre Lebensgrundlage verlieren würden, sind mit den Verhandlungsergebnissen unzufrieden. Sie haben sich während des einwöchigen Streiks immer wieder kämpferisch und standhaft gezeigt, den Streik auch über mehrere Wochen........
