Für die Freiheit
Was derzeit, nur wenige Tage nach den landesweiten Protesten, aus dem Iran nach außen dringt, ist bruchstückhaft, aber eindeutig: Videos und Fotos von Leichensäcken, die vor forensischen Instituten, auf Friedhöfen und sogar am Straßenrand nebeneinanderliegen. Angehörige, die zwischen Zetteln mit der Aufschrift »unbekannt« nach ihren Toten suchen. Gleichzeitig ein nahezu vollständiger Telefon- und Internet-Blackout, der verhindert, dass das Ausmaß dieser Gewalt sichtbar wird.
Es ist kein technisches Versagen, sondern ein politisches Instrument: Die Abschottung dient dazu, ein Massaker vor der Welt zu verbergen. In diesem Kontext veröffentlichte das Exilmedium Iran International am 13. Januar einen Bericht, der das Ausmaß der Repression in eine Zahl zu fassen versucht. Nach eigenen Recherchen, gestützt auf medizinisches Personal, Augenzeugen und interne Quellen, sollen bei der Niederschlagung der Proteste Anfang Januar innerhalb von zwei Tagen bis zu 12.000 Menschen getötet worden sein.
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