Koschere Frühlingsblumen
20. März 2026 – 2. Nissan 5786
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Koschere Frühlingsblumen
Warum der Sederabend für Weinliebhaber kein Albtraum mehr sein muss
Es gibt Erinnerungen, die sind so tief im kollektiven Gedächtnis jüdischer Menschen verankert, dass allein ihre Erwähnung ein leichtes Schaudern auslöst. Ich spreche vom klassischen Kiddusch-Wein vergangener Zeiten. Sie wissen schon, jener dickflüssige, zuckersüße, rote Saft, der eher an Hustensaft erinnerte als an ein edles Erzeugnis aus der Weinrebe. Pflichtbewusst trank man ihn am Freitagabend zum Schabbat-Kiddusch, weil es halt so Tradition war. Aber niemals - wirklich niemals! - hätte man sich freiwillig davon ein Glas zum Genuss am, sagen wir, Dienstagabend eingeschenkt.
Religiöse Notwendigkeit statt önologische Finesse
Koscherer Wein war lange Zeit ein Synonym für religiöse Notwendigkeit, aber sicher nicht für önologische Finesse. Doch die Zeiten haben sich geändert, grundlegend. Wer heute noch behauptet, koscherer Wein könne nicht mit den großen Gewächsen der Welt mithalten, war die letzten beiden Jahrzehnte wohl im Dornröschenschlaf.
Inzwischen gibt es nämlich fantastische Weine mit Koscher-Zertifikat. Bei Blindverkostungen belegen sie regelmäßig die vordersten Plätze. Nehmen wir nur den legendären Yarden Katzrin von der israelischen Golan Heights Winery. Wie der Name schon sagt, kommt der von einem Weinberg auf den Golanhöhen. Es ist ein Monument von einem Wein, der allerdings preislich auch weit jenseits der 100-Euro-Marke liegt. Der Katzrin mit dem schwarzen Label ist ein Erlebnis, zweifellos. Aber für den täglichen Schabbat-Tisch oder das große Familienfest am Sederabend sprengt er für die meisten von uns doch das Budget.
Muss es immer der teure Import sein?
Gerade jetzt, wo Pessach vor der Tür steht und wir Juden uns auf die vier Becher Wein vorbereiten, stellt sich zudem die Frage: Muss es immer die teure Importware aus Übersee oder Israel sein? Ein Blick in unser europäisches Umland zeigt, dass das Gute liegt oft viel näher liegt. Besonders in Spanien hat sich ein Weingut einen Namen gemacht, das........
