Zwei Orte, ein Anliegen
04. Juni 2026 – 19. Siwan 5786
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Zwei Orte, ein Anliegen
Yad Vashem wird eine Dependance in München und eine Außenstelle in Leipzig eröffnen. Die Freude über diesen wichtigen Beitrag zur Erinnerungs- und Gedenkkultur ist groß
Fragen gibt es noch viele: Wie sollen sie aussehen, die beiden Bildungszentren der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem, die in Leipzig und München eröffnet werden? Welche Veränderungen kommen auf die Gemeinden zu? Welche auf die Gebäude, in denen die Bildungszentren untergebracht werden sollen? Wo soll der inhaltliche Schwerpunkt liegen? Wie lange wird es dauern, bis man von einer richtigen Eröffnung wird sprechen können?
Die Antworten auf diese Fragen sind noch etwas rar, denn der Entschluss, dass Yad Vashem zum ersten Mal in seiner Geschichte zwei Dependancen außerhalb Israels plant, ist gerade einmal eine Woche alt.
Die Idee, ein Zentrum für Holocaust-Bildung in Deutschland zu eröffnen, ist schon älter
Die Idee, ein Zentrum für Holocaust-Bildung in Deutschland zu eröffnen, wiederum ist schon älter: Erstmals wurde sie 2023 bei einem Treffen des Direktors von Yad Vashem, Dani Dayan, und dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) konkretisiert. Abraham Lehrer, Vorsitzender der Synagogen-Gemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wird als eigentlicher Initiator und Ideengeber des gesamten Projekts erwähnt. Auch der jetzige Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesbildungsministerin Karin Prien (beide CDU) unterstützten das Vorhaben.
Bis Yad Vashem ankündigte, eine Außenstelle in Deutschland zu errichten, sollten jedoch noch zwei Jahre vergehen. Im September 2025 wurden – basierend auf einer Machbarkeitsstudie – Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen als potenzielle Standorte ausgewählt.
Die Freude in Bayern und in Sachsen ist groß. In Nordrhein-Westfalen fällt die Reaktion verhaltener aus: Das Bundesland, in dem die Idee zu den Dependancen ursprünglich entstanden sein soll, wurde bei der Auswahl nicht berücksichtigt.
»Die Ernennung ist ein herausragendes Zeichen von tiefem Vertrauen.« Küf Kaufmann, IRG Leipzig
»Die Ernennung ist ein herausragendes Zeichen von tiefem Vertrauen.«
Der Standort München (vgl. Seite 15) könnte symbolträchtiger nicht sein. Das neue Zentrum solle in einem Gebäude am Karolinenplatz 4 unterkommen. An dieser Adresse stand einst das Parteigericht der NSDAP, in unmittelbarer Nähe in der Brienner........
