Rubio liefert Trumpismus pur
Münchner Sicherheitskonferenz : Rubio liefert Trumpismus pur
In München übt der US-Außenminister harte Kritik an Freihandel, Klimaschutz und den UN. Über Grönland verliert er kein Wort, stattdessen folgt ein Aufruf zu westlicher Dominanz. Amerika will eine andere NATO.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz herrschte am Samstagmorgen Erleichterung, nachdem der amerikanische Außenminister Marco Rubio seine Rede gehalten hatte. Das Publikum spendete ihm stehenden Applaus, und der Konferenzleiter Wolfgang Ischinger bedankte sich für die Rückversicherung an die Verbündeten. Das war eine Reaktion darauf, dass Rubio in seinen Ausführungen mehrfach hervorgehoben hatte, dass die Vereinigten Staaten und Europa zusammengehörten und weiter zusammenarbeiten sollten.
Trotzdem sollte man Rubios Auftritt nicht als Wiederbelebung alter transatlantischer Harmonie missverstehen. Der Außenminister trat in München verbindlicher auf als Vizepräsident J.D. Vance im vergangenen Jahr. Aber die Botschaft war immer noch Trumpismus pur.
Rubios lange Ausführungen über den vermeintlichen Niedergang des Westens durch den „zu oft benutzten Begriff“ der regelbasierten Ordnung, seine Angriffe auf die „dogmatische Vision“ des Freihandels und eines „Klimakults“, der „unsere Völker verarmen“ lasse, sowie die Vereinten Nationen, die zu den wichtigsten Fragen „keine Antworten haben“, enthalten einen wahren Kern.
Aber sie liegen quer zu praktisch allem, woran die meisten führenden europäischen Politiker bis heute glauben. Die von ihm beklagte „törichten Idee“ einer Welt ohne........
