Ein Präsident im Machtrausch
Die Europäer versuchen, Trumps Argumente für eine Annexion Grönlands zu entkräften. Doch ihm geht es nicht nur um die Sicherheit Amerikas.
Die 13 Bundeswehrsoldaten, die nach Grönland geflogen sind, würden eine amerikanische Invasion so wenig aufhalten können wie die französischen Diplomaten, die dort ein Generalkonsulat eröffnen und länger bleiben sollen als der deutsche Erkundungstrupp. Das ist aber auch nicht die Aufgabe der Entsandten. Die Regierungen in Berlin, Paris und weiteren europäischen Hauptstädten wollen mit ihren politischen und militärischen Aktivitäten zeigen, dass auch sie die im Zuge des Klimawandels noch gewachsene strategische Bedeutung der größten Insel der Welt kennen. Und dass sie künftig viel mehr dazu beitragen wollen, die sicherheitspolitischen Interessen der NATO auch in der Arktis zu wahren.
Doch stößt man in diesem Fall nicht nur auf Bedrohungen von außen, sondern auch auf eine noch nie da gewesene Gefahr für das Bündnis von innen. Sie geht von der Führungsmacht der Allianz aus. Deren Präsident erklärt, dass Grönland den Vereinigten Staaten von Amerika gehören müsse. Er tut das mit einer imperialistischen Attitüde, wie man sie von Putin kennt, wenn der über die territorialen Ansprüche Russlands redet.
Trump begründet seine Forderung sicherheitspolitisch: Es sei essenziell........
