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„Die Leute drehen durch“

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18.11.2019

Wir hatten schon eine Windel-Krise, eine Tampon-Krise, jeden Tag haben wir eine neue Krise. Einige meiner Freundinnen sagen: „Ich kann es mir gerade nicht leisten, meine Tage zu haben.“ Im Sommer, also bevor die Sanktionen einsetzten, sagten sie in den Nachrichten, Kosmetikprodukte und Hygieneartikel würden mehr als 30 Prozent teurer werden. Alle sind losgerannt und haben die Drogerien leer gekauft. Die Leute drehen durch. Meine Mutter rief mich eines Tages an und sagte: „Ich habe gehört, Taschentücher sollen teuer werden.“ Ich: „Echt jetzt? Taschentücher? Wieso das denn?“ Sie sagte: „Keine Ahnung, aber geh welche kaufen.“ Als ich im Laden war, waren Taschentücher schon ausverkauft.

Iran sagte 2015 im sogenannten „Atomabkommen“ zu, Uran und anderes nukleares Material nur noch unter strengen Beschränkungen anzureichern, zwei Drittel seiner Zentrifugen auszuschalten und Atomtechnologie nur zu zivilen Zwecken einzusetzen. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hoben im Gegenzug die Wirtschaftssanktionen und das Waffenembargo gegen das Land wieder auf. Seitdem wurde beispielsweise iranisches Öl wieder auf dem Weltmarkt verkauft.

Die US-amerikanische Regierung behauptet, man wolle Druck auf die iranische Regierung ausüben. Humanitäre Hilfe sei nicht betroffen, die Bevölkerung nicht das Ziel. Aber durch die Sanktionen ist der Bankbetrieb eingeschränkt, und das hat Auswirkungen auf alles. Einige iranische Banken sind vom........

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