„Es ist schmerzhaft, wie Linke Menschenrechtsverletzungen in Venezuela ignorierten“
An Analysen zur US-Intervention in Venezuela und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores fehlt es seit dem 3. Januar nicht. Maduro und Flores wurden Berichten zufolge in die USA geflogen, wo ihnen laut offiziellen Angaben Anklagen wegen „Narco-Terrorismus“ und Drogenhandels drohen. Das Ausmaß der Schäden und die Zahl der zivilen Todesopfer sind nach ersten Berichten noch unklar.
Im britischen Guardian sind sich Experten einig, dass die USA gegen die UN-Charta verstoßen haben: Staaten dürfen keine militärische Gewalt gegen andere Länder anwenden und müssen deren Souveränität achten.
In Venezuela selbst ist die politische Lage chaotisch. Maduros Regierung besteht darauf, dass er Präsident bleibt, während die USA dies als Beginn eines „Übergangs“ darstellen. Trump sagte, die USA würden das Land „vorerst” „führen”, obwohl Außenminister Marco Rubio später versuchte, dies zurückzunehmen: Die USA hätten nicht vor, Venezuela direkt zu regieren, und stattdessen darüber sprach, Druck durch Maßnahmen gegen Venezuelas Ölgeschäft aufzubauen. Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez hat sich als amtierende Führung positioniert.
Dies ist ein Moment, in dem voreilige Schlüsse aus der Ferne nur wenig wert sind. Deshalb habe ich Gabriela Mesones Rojo befragt, eine venezolanische Journalistin in Caracas, die sich auf Menschenrechte und staatliche Verfolgung spezialisiert hat. Was empfinden die Menschen in Venezuela derzeit? Wie ist die politische Situation?
der Freitag: Wie reagieren die Menschen in Venezuela auf die US-Intervention?
Mesones Rojo: Es ist sehr widersprüchlich. Außerhalb des Landes, insbesondere in Städten mit großen venezolanischen Diasporagemeinden wie New York, Madrid und Santiago de Chile, feiern die Menschen die Verhaftung Maduros. Für viele fühlt es sich wie lang erwartete Gerechtigkeit an.
In Venezuela ist das anders. Die Menschen kämpfen mit Unsicherheit und ums Überleben. Die Straßen sind zwar sehr ruhig. Aber das bedeutet nicht, dass die Menschen ablehnend sind. Es bedeutet, dass sie versuchen, am Leben zu bleiben. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Nur wenige Supermärkte und Tankstellen sind geöffnet. Die Menschen stehen Schlange, um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen, weil sie Angst vor Engpässen haben. Wir haben nicht einmal eine bestätigte Zahl der Todesopfer. Transparenz war noch nie die Stärke dieser Regierung. Es fällt also schwer zu feiern, wenn wir noch nicht wissen, wie hoch die menschlichen Kosten sind.
Was sind die größten Fehler, die Menschen derzeit machen, wenn sie über Venezuela........
