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Vulkangruppe-Anschlag war dumm, aber: Was bleibt der radikalen Linken noch als Widerstand?

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08.01.2026

Das waren bestimmt keine Linken, sondern das waren Geheimdienste! So liest man viele Kommentare im Netz nach dem Angriff auf das Stromnetz in Berlin. Dabei hatte eine „Vulkangruppe“ sich auf mehreren linken Online-Portalen zu dem Angriff auf die Energieversorgung bekannt, mit sogar einer zweiten Beteuerungs-Erklärung: „Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen ‚False-Flag-Aktion‘ eines ausländischen Staates sagen wir klar: Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren.“ Die Konstruktion eines äußeren Feindes sei „bequem, entlastet und verschiebt die Debatte“.

Man kann nun natürlich spekulieren, dass trotz dieser Erklärungen Geheimdienste involviert sind – und das für Linke unangenehme Thema damit abhaken. Oder man macht Witze darüber, wie die taz, die eine linke Urheberschaft für unmöglich hält: Radikale Linke würden nie um 6 Uhr morgens aufstehen, heißt es dort spöttisch in einer Glosse.

Darüber kann man lachen – aber irgendwie ist das auch ein Zeichen dafür, dass man sich mit der Dummheit im eigenen linken Lager nicht auseinandersetzen will. Dies wäre dabei dringend nötig. Denn über die Urheberschaft hinaus ergeben sich andere, politisch relevante Fragen.

Ich erinnere mich noch gut an die Debatten über den „Kommenden Aufstand“ – jenes aus Frankreich stammende Pamphlet von 2007, das auch im bürgerlichen Feuilleton faszinierte und in der gesellschaftlichen Linken Fantasien über Massenaufstände, Sabotage-Akte und eine neue Welle nihilistischer........

© der Freitag