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Candace Owens vs. Erika Kirk: Wohin führt der offene MAGA-Machtkampf?

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16.12.2025

„Der Bürgerkrieg der Rechten“ ist der Titel der aktuellen Sendung von Tucker Carlson, dem vielleicht wichtigsten Journalisten der Rechten in den USA. Er interviewt zu diesem Thema Matt Walsh, einen Kommentator von „The Daily Wire“, ebenfalls einem der wichtigsten Kanäle der Rechten. Walsh sagt, es gebe nicht eine Spaltung, sondern eine allgemeine Fragmentierung der Rechten: Jedes Thema spalte die Rechte an unterschiedlichen Fronten. Was man dagegen tun könne, fragt Carlson. „Ich weiß es nicht“, antwortet Walsh.

Tatsächlich vergeht kein Tag, an dem sich rechte Prominente nicht an neuen Themen gegenseitig an die Gurgel gehen. Ein Jahr nach der Machtübernahme schmilzt die Hegemonie des Trump-Projekts dahin. Die im kommenden Jahr anstehenden Midterm-Wahlen für Kongress und Senat drohen für die Republikaner zu einem Desaster zu werden. Nichts deutet darauf hin, dass sich die Stimmung in den kommenden Monaten wenden könnte.

Grob gesprochen drehen sich die Konflikte um Außenpolitik – allen voran um Israel –, um den Umgang mit dem Epstein-Skandal, um Wirtschaftspolitik und auch immer noch um die Ermordung von Charlie Kirk. Sogar die Abschiebungskampagne, eigentlich das vereinende Thema der Rechten, hat zu Rissen innerhalb der MAGA-Bewegung geführt. Diese Fragmentierung ist eine Art Diffusion der Rechten, die in alle Richtungen ausschlägt. Während die ehemalige Trump-Paladin Marjorie Taylor Greene (MTG) nach links abdriftet, radikalisiert sich die rechte Jugend, was sich vor allem im Aufstieg der Figur Nick Fuentes zeigt.

Die Ermordung von Charlie Kirk ist nach Walsh das Schlüsselereignis für die Desintegration der Rechten. Kirk und seine Organisation Turning Point USA hätten mehr zusammengehalten, als viele geahnt hätten. Nun führte sein Tod zu massiver Skepsis in der MAGA-Basis. Während das republikanische Establishment den Mord den Linken zuschob und zum heiligen Krieg gegen sie aufrief, war die verschwörungstheoretisch geschulte Basis damit nicht zu erreichen.

Allen voran war es der ehemalige MAGA-Star Candace Owens, eine gute........

© der Freitag