Die Kosmopolitin | Weihnachten als deutsches Mehrheitsfest
Hier in München beginnt Weihnachten im August, wenn sie in den Supermärkten anfangen, Lebkuchen und Spekulatius zu verkaufen. Im Oktober werden die ersten Bäume aufgestellt, im November kommen Girlanden und Lichterketten.
Früher gab es kein Weihnachten für mich. Ich war gerade noch Kind, zwölf, dreizehn Jahre alt, in den Fenstern der anderen leuchtete es, um mich neidisch zu machen. Ich stellte mir den Geruch von frisch gebackenen Plätzchen und Lebkuchen vor, Geschenke und Lachen und einen Weihnachtsbaum, wie ich ihn aus Filmen kannte. Drei Tage, an denen meine Freunde für mich nicht zu sprechen waren, drei Tage, an denen ich mir wünschte, jemand anders zu sein. Ich stand am Fenster und sah den Lichterketten beim Blinken zu, wenn ich nicht vor dem Fernseher klebte, und meine Eltern verstanden meine Sehnsucht nicht. Sie hatten drei freie Tage, es waren keine Feiertage. Jetzt, wo ich........





















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