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K-Pop: Der Hype, der kein Ende kennt

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31.08.2026

Ein Jahr ist im Internet ungefähr ein geologisches Zeitalter. TikTok-Sounds sterben schneller als Basilikum im Supermarkt-Topf, Netflix-Hits verschwinden oft schon wieder aus dem Kopf, während man noch überlegt, ob man die letzte Folge wirklich verstanden hat. Und dann gibt es „KPop Demon Hunters“: ein Animationsmusical über drei koreanische Popsängerinnen, die Dämonen bekämpfen. Ein Film, der sich seit seinem Start im Juni 2025 weigert, brav in der Streaming-Mediathek zu verstauben.

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Inzwischen wurde im Frühjahr eine Fortsetzung angekündigt. No na ned, würde man in Wien sagen. Der Film hat zwei Oscars gewonnen, einen für den Hit „Golden“, der gestreamt, nachgesungen, in Charts gespült und in Feeds weiterverarbeitet wurde und wird. Aus einer Netflix-Premiere ist ein Pop-Phänomen mit Nachleben geworden, das mehr als 500 Millionen Views verzeichnen kann. Also genau das, wovon jede Kulturindustrie träumt: ein Film, der nicht einfach angesehen wird, sondern weiterarbeitet. In Playlists, in Fan-Edits, in Choreos, in Kostümen, in Kommentaren, in den Köpfen.

Die Handlung klingt, als hätte jemand beim Pitch-Meeting sehr viel Bubble Tea getrunken: Drei Sängerinnen der Girlgroup Huntr/X führen ein Doppelleben als Popstars und Dämonenjägerinnen und bekämpfen eine dämonische Boyband. Wenn das Böse auftaucht, wird nicht lang diskutiert − es wird gesungen.

Und es wird performt. Mit Blick, Pose, Formation, Dancebreak. Die Haare leuchten in Farben, die in der Natur höchstens bei giftigen Fröschen vorkommen. Die Outfits sehen aus, als hätte jemand „Bühnenkostüm“, „Kriegerin“ und „sehr teurer Clubabend“ in einen Mixer geworfen. Das Mikrofon ist Waffe, die Choreografie Schutzschild, der Auftritt Weltrettung. Wer da noch sagt, Pop sei bloß ein bisschen Musik im Hintergrund, hat offenbar noch nie Dämonen mit Eyeliner gesehen.

Pop als Komplettpaket

Das Spannende an „KPop Demon Hunters“ ist nicht, dass der Film K-Pop zeigt, sondern, dass er das Genre bis in die letzte Pose kennt. Popstars sind in diesem Fall Figuren mit Mythos, Look, Freundinnendynamik, Gegnern, Geheimnissen. Ein Song bleibt hier nie nur ein Song. Er bringt die Choreo mit, den Look, die Pose, den Clip im Kopf. Er wird nicht nur gehört, sondern weitergetragen: im Feed, im Körper, im Fan-Universum.

Damit sind wir bei der Frage, warum K-Pop so gut in diese Zeit passt. Nicht, weil der Hype neu wäre. BTS, Blackpink, Twice, Stray Kids und viele andere haben längst Stadien, Charts und Feeds erobert. Und das Phänomen hält. Es verschwindet nicht nach einem Sommer wie ein Feed-Tanz, den man im September schon wieder peinlich findet. K-Pop bleibt, weil er etwas kann, das unsere Kultur inzwischen fast überall verlangt: Er macht aus Musik ein Komplettpaket.

Der Song muss auch aussehen

Früher reichte im Pop oft ein guter Refrain. Ein Lied kam ins Radio, blieb im Ohr, wurde im Auto........

© Wiener Zeitung