Es brennt jetzt ein bisschen weniger
Seit letzter Woche ist etwas verboten, das eigentlich nie hätte erlaubt sein dürfen: Große Unternehmen in der EU dürfen ab sofort fabriksneue Kleidung, Accessoires und Schuhe, die nicht verkauft wurden, nicht mehr vernichten, kleinere Unternehmen sind erst später oder gar nicht davon betroffen.
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Doch nicht nur das Zerstören wird verboten, die Konzerne werden ab sofort auch dazu verpflichtet, öffentlich zu machen, wie viel Ware sie aussortieren und was damit passiert. Und sie müssen belegen, wie sie die Kleidung „retten“, also ob sie spenden, recyceln oder ob sie sie an Second-Hand-Verkaufsplattformen weitergeben. Klingt alles super, aber da es von Ausnahmen durchsetzt ist, ist es leider nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu echter Kreislaufwirtschaft – darüber habe ich vor ein paar Wochen schon mal geschrieben. Heute will ich mir ansehen, warum es überhaupt zu so einem Verbot gekommen ist.
Wie kommt man auf so ein Gesetz?
Wann braucht es neue Gesetze auf EU-Ebene? Wenn etwas zu einem Problem wird, das über das Randphänomen-Dasein hinausgeht. Schätzungen zufolge werden 4 bis 9 Prozent aller Textilien in der EU zerstört, bevor sie jemals getragen wurden. Für Österreich hat Greenpeace das einmal nachgerechnet: Allein 2021 wurden hierzulande 4,6 Millionen Kilogramm ungenutzter Textilien vernichtet. Weltweit wird jede Sekunde eine Lkw-Ladung Kleidung verbrannt oder deponiert, um Platz für neue Ware zu schaffen. Überproduktion ist eingepreist. Man muss sich das bitte mal kurz auf der Zunge zergehen lassen: Bisher war es völlig legal, nagelneue Ware zu schreddern, nur weil sie im Regal liegen geblieben war (oder gar nicht ausgeliefert wurde). Dass es nun eine gesetzliche Regelung dazu braucht, damit das nicht mehr passiert, lässt meinen ethischen Kompass ordentlich erzittern.
Und warum tut ein Konzern so etwas? Weil es sich rechnet. Es ist........
