Warum Trumps Caracas-Coup für Selenskyj zum Problem wird – aber auch einen Vorteil birgt
04. Januar 2026 | Ansgar Graw
Trumps Entführung von Diktator Maduro erleichtert Putins Propaganda, lenkt Washington ab – und wird für Selenskyj zum Risiko. Doch zugleich senden die USA ein Signal, das Moskau nervös macht. Es heißt: "Donroe-Doktrin"
Am Montag um 10 Uhr Ortszeit wird es in New York zwischen First Avenue und East River ein ziemliches Scherbengericht über den Caracas-Coup von Donald Trump geben. In einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau werden Kolumbien, Russland und China, die das Thema gemeinsam auf die Tagesordnung gesetzt haben, einen „schweren Verstoß gegen das Völkerrecht“ und gegen die Missachtung staatlicher Grenzen beklagen.
Und die übrigen Mitglieder des 15-köpfigen Sicherheitsrats? Frankreich fordert eine rasche Einsetzung des 2024 gewählten Präsidenten Edmundo González Urrutia, und damit steht er im Widerspruch zu Trump, der Venezuela zunächst aus Washington regieren will. Großbritannien äußerte sich ähnlich. Die Demokratische Republik des Kongo, Liberia und Somalia werden im Geiste einer aktuellen Erklärung der Afrikanischen Union ihr „unerschütterliches Bekenntnis zu den fundamentalen Prinzipien des Völkerrechts, einschließlich der Achtung der Souveränität der Staaten“ zu Protokoll geben. Panama und Dänemark, die einen in Sorge um sich selbst, die anderen um ihren Anspruch auf Grönland, werden kaum zu den Verteidigern der US-Politik gehören. Lettland wird freundlicher sein, aber zumindest etwas von der Notwendigkeit der Anerkennung des Völkerrechts murmeln. Griechenland, in dessen Hauptstadt Athen Demonstranten vor der US-Botschaft amerikanische Flaggen verbrannten, dürfte ebenfalls zurückhaltend argumentieren. Pakistan muss........
