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Iran: Wie sich Donald Trump in die Sackgasse manövrierte

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15.01.2026

15. Januar 2026 | Ansgar Graw

Der US-Präsident betrachtet sich als allmächtig und hat den Mullahs massiv gedroht – aber militärische Maßnahmen werden ebenso heikel wie der Verzicht darauf

VON ANSGAR GRAW

Mit Eleanor Roosevelt, der First Lady von F.D.R. mit ausgeprägten Sympathien für linken Aktivismus, hat Donald Trump wenig gemein. Aber das berühmteste Zitat der Aktivistin trifft aktuell auf keinen Politiker besser zu als auf Trump: „You'll be damned if you do, and damned if you don't.“

Er ist verdammt, wenn er es tut, nämlich Militäraktionen gegen das Mullah-Regime im Iran anzuordnen, und er ist verdammt, wenn er darauf verzichtet, der US-Präsident, den niemand in Teheran unterschätzen wird. Trump hat vor wenigen Tagen in Caracas gezeigt, über welche Machtmittel er verfügt. Aber gerade das bringt den US-Präsidenten in eine schwierige Situation: Wendet er militärische Gewalt an, falls die Mullahs verhaftete Demonstranten der vergangenen Tage – entgegen ihrer aktuellen Versicherung - an Baukränen aufhängen? Dann werden ihm viele zujubeln, die auf eine Demokratisierung und Menschenrechte für das Land hoffen. Doch ein großer Teil seiner MAGA-Bewegung wird kritisieren, Trump habe sein Versprechen gebrochen, die USA aus internationalen Konflikten heraushalten.

Verzichtet er also auf harte Reaktionen........

© The European