Verstehen Sie ADHS?
A ls ADHSler wächst man gewissermaßen zweisprachig auf. Muttersprache: neurodivergent. Aber um uns im Alltag zurechtzufinden, müssen wir mindestens gute passive Kenntnisse davon haben, wie die Normalos ticken.
Denn die Welt ist bekanntlich nicht für uns gemacht: Stillsitz-Befehl in der Schule, Nine-to-five-Arbeitszeiten, Bürokratie-Fetisch und soziale Normen, die auf maximaler Selbstkontrolle basieren – Menschen mit ADHS müssen erst mühsam lernen, wie das geht oder wie sie so tun, als ob. Unser Erfolg im Leben hängt davon ab.
Beispiel: Wie verhalte ich mich angemessen in Gesprächssituationen? Mit leicht debilem Lächeln auf den Lippen sporadisch nicken und manchmal, äußerst zurückhaltend, generische Ausrufe („Echt? Krass!“) einstreuen. So haben wir das bei den Normalos gesehen, so machen wir es auch.
Ob ADHSler wirklich zuhören, merkt man daran, dass wir ständig reinreden, den Satz der anderen beenden, immer wieder das Gespräch kapern und es in auch für uns komplett unvorhersehbare Gefilde lenken: „Ich kannte mal eine Katze,........
