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Gesucht: ein neues Wahlvolk für Trump

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Hakeem Jeffries hat in seiner eigenen Partei früh gelernt, dass Politik in Amerika ein schmutziges Geschäft ist. Als er vor 20 Jahren in Brooklyn bei den sogenannten Primaries der Demokraten den Platzhirsch Roger Green herausforderte, mobilisierte dieser seine Freunde im Bundesparlament von New York. Kurzerhand schnitten diese seinen Wahlkreis neu zu, und zwar genau so, dass Jeffries‘ Wohnung plötzlich außerhalb lag. „Das war ein eiskalter Schachzug”, kommentiert der politisch Mattgesetzte in dem Dokumentarfilm „Gerrymandering” aus dem Jahr 2010 das Vorgehen Greens.

Gerrymandering ist fast so alt wie die Vereinigten Staaten. Der Begriff geht zurück auf einen Gouverneur von Massachusetts namens Elbridge Gerry. Dieser unterzeichnete 1812 ein Gesetz, das Wahlkreise zu seinen Gunsten anpasste. Auf der Karte sahen sie ein wenig wie Salamander aus. Die Boston Gazette verband einen Teil des Tiernamens mit dem Nachnamen des Gouverneurs zu einem einprägsamen Begriff für das parteiische Vorgehen.

Jeffries schaffte es 2012 auf anderem Weg in den Kongress, wo er schnell zu einem engen Vertrauten von Speakerin Nancy Pelosi aufstieg. Zehn Jahre später half die einflussreiche Demokratin dem afroamerikanischen Politiker, an die Spitze der Fraktion im Repräsentantenhaus zu rücken. Im November will er nun als erster Schwarzer im dritthöchsten Amt des Staates Geschichte schreiben.

Jeffries will nicht erneut um den Sieg gebracht werden und nimmt es mit Trump auf

Und diesmal ist er gewappnet. Denn Hakeem Jeffries möchte nicht erneut durch Gerrymandering um den Sieg gebracht werden. Doch sein Gegner ist mächtig und skrupellos: Angesichts eines drohenden Debakels bei den Zwischenwahlen im November versucht Präsident Donald Trump bereits, die republikanische Macht im Repräsentantenhaus – gegen eine Mehrheit der Amerikaner in den Umfragen – mithilfe von Gerrymandering zu sichern.

Weil Trump mit dem Wahlvolk nicht zufrieden ist, sucht er sich ein neues. Auf sein Drängen hin fiel im Sommer 2025 im republikanisch regierten Texas der Startschuss für einen beispiellosen Wettlauf, die Kongressdistrikte vor diesen Midterms neu zu ziehen. Das Parlament in Austin zeichnete die Karte so um, dass die Republikaner fünf........

© Südkurier