Stromausfall in Berlin – Sorge trifft auf Hilfsbereitschaft
Gut zwei Dutzend Feldbetten stehen im Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf. Noch hat sie niemand für die Nacht in Beschlag genommen. Dutzende Menschen sitzen in kleinen Gruppen auf Stühlen am Rand, an Tischen und in den Ecken des Saals. Sie trinken Kaffee oder warmen Tee, essen Suppe. Manche starren auf ihr Handy oder den Laptop. Einige unterhalten sich mit ihren Sitznachbarn, die sie oftmals erst vor wenigen Stunden hier kennengelernt haben.
Es ist der zweite Abend nach dem mutmaßlich durch einen Anschlag ausgelösten Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt. Zehntausenden Haushalten steht eine weitere Nacht ohne Heizung, Licht und warmes Wasser bevor. Mehrere Betroffene hier im Bürgersaal wollen die Nacht trotzdem zu Hause verbringen - wenn möglich.
Die Wohnung seines Vaters etwa sei bereits so kalt, dass sich Feuchtigkeit bilde, sagt Frank Adameit. Deshalb habe er den über 90-Jährigen erst einmal hierhin gebracht. Der pflegebedürftige Mann sitzt neben seinem Sohn im Rollstuhl. Seit der Mittagszeit harren sie hier aus. Wie es in den nächsten Tagen........
