Boomer-Häuser: Warum der große Preisrutsch wohl ausbleibt
Kommt bald die perfekte Welle? Zumindest glauben das einige Experten, die von einem „Silver Tsunami“ sprechen, der demnächst Millionen von Wohnhäusern und Eigentumswohnungen auf den Markt schwappen lasse. Gemeint sind die Immobilien der Babyboomer, weil die Silberlocken-Generation ja mehrheitlich im Wohneigentum lebt, aber eines Tages altersbedingt abtreten werde. Dann werde ein Schwall von Immobilien auf den hiesigen Markt kommen und vielerorts das Angebot so weit vergrößern, dass die Preise deutlich sinken dürften. So weit die These.
Aufgestellt hat sie ein Internetportal für Makler und Hausverwalter anhand von Datenauswertungen und Schätzungen zum Immobilienbestand und dessen Eigentümern. Das Portal Jacasa hat in einigen Punkten tatsächlich recht, denn die Demografie verändert den Immobilienmarkt zweifellos. Die Auswirkungen sind schon spürbar und werden es weiter sein. Die Verschiebung in der Altersstruktur der Bevölkerung bedeutet bereits jetzt, dass viele Städte stark wachsen, weil dort immer mehr junge Menschen hinziehen. Gleichzeitig entvölkern Gebiete auf dem Land zunehmend, wo bisher vorwiegend ältere Leute lebten. Doch einen Tsunami, ausgelöst durch eine Unmenge an Hausverkäufen, wird es höchstwahrscheinlich nicht geben.
Babyboomer und ihre Häuser
Warum? Glaubt man den Schätzungen des Portals, besitzen die Geburtsjahrgänge von 1946 bis 1964, also die heute 60- bis 80-Jährigen, aktuell insgesamt 4,8 Millionen Häuser und Wohnungen. In den nächsten Jahren, sagen die Immobilienexperten, werden diese Häuser den Markt fluten, sodass es in vielen Regionen mehr Angebot als Nachfrage gebe. Nun muss man sich aber zuerst einmal die Lebenserwartungsstatistik ansehen, dann merkt man, dass heute 60-jährige Bundesbürger im Schnitt noch locker 21 Jahre leben, wenn nicht gar 25 Jahre.
Heute 80-Jährige können davon ausgehen, noch eine Restlebenserwartung von acht bis zehn Jahren zu haben. Der große Abverkauf der Immobilien, weil ihre Eigentümer sterben, wird sich also über die nächsten zehn bis 30 Jahre erstrecken – wenn er überhaupt stattfindet. Das würde bedeuten, dass im Schnitt allenfalls 160.000 bis 240.000 Immobilien jährlich durch........
