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E-Scooter-Unfälle sollten ein Weckruf für alle sein

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Kommentar zu E-Scooter Unfällen im Bergischen Land: Ein Weckruf für alle

KostenpflichtigKostenpflichtigE-Scooter-Unfälle sollten ein Weckruf für alle sein

Steigende Unfallzahlen zeigen, dass beim Umgang mit den elektrischen Rollern noch einiges im Argen liegt. Ein Führerschein allein wird das Problem kaum lösen – gefragt sind Verantwortungsbewusstsein und Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer, kommentiert ST-Redakteurin Kristin Dowe.

Solingen. Die Zahlen sind alarmierend: Immer mehr Menschen verunglücken mit E-Scootern – auch im bergischen Städtedreieck. Besonders besorgniserregend ist, dass ein großer Teil der Verunglückten sehr jung ist – darunter sogar Kinder unter 14 Jahren, obwohl die Roller in Deutschland erst ab diesem Alter erlaubt sind.

Hier sind auch Eltern gefordert, genauer hinzuschauen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) denkt angesichts der Entwicklung zu Recht über strengere Regeln nach. Könnte ein möglicher Führerschein für E-Scooter also eine praktikable Lösung sein? Die Kritik der Gewerkschaft der Polizei, ein solcher Schritt könne zusätzliche Bürokratie schaffen, ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Ob dies die Nutzer tatsächlich vorsichtiger machen würde, ist fraglich.

E-Scooter machen junge Menschen mobiler

Gleichzeitig sollte nicht übersehen werden, dass E-Scooter längst ein Teil des Stadtbilds geworden sind. Gerade für junge Menschen sind sie eine wichtige Ergänzung im Alltag – auch, weil der öffentliche Nahverkehr ihre Mobilitätsbedürfnisse kaum abdeckt. Wer hier vorschnell nach Verboten ruft, verkennt die Realität vieler Nutzer.

Fehlverhalten darf dennoch nicht relativiert werden. Zu zweit auf einem Roller oder unter Alkoholeinfluss fahren, ist verantwortungslos und muss konsequent sanktioniert werden.

Ebenso müssen Autofahrer akzeptieren, dass sie sich den begrenzten Verkehrsraum nun mit einer weiteren Gruppe teilen. Auch das bleibt ein Lernprozess, denn E-Scooter haben die Verkehrssituation in den Städten noch komplexer gemacht, als sie ohnehin schon ist.

KostenpflichtigDiskussion um Führerschein für E-Scooter: „Würde ein weiteres Bürokratiemonster schaffen“

Am Ende wird sich die Unfallstatistik nur verbessern, wenn alle Seiten ihren Beitrag leisten: Nutzer, Autofahrer, Eltern – und die Politik mit sinnvollen Regeln statt Symboldebatten.


© Solinger Tageblatt