Idealbesetzung für die FDP
Kotzbrocken oder Retter? Kubicki soll die FDP aus der Krise führen
Idealbesetzung für die FDP
Wolfgang Kubicki will nun doch FDP-Chef werden. Für die Liberalen ist das zwar ein gewisses Risiko, doch viel zu verlieren haben sie nicht. Ohnehin hat Kubicki Eigenschaften, die die FDP nun braucht.
Lange hat er überlegt, doch jetzt hat er sich festgelegt: Der FDP-Haudegen Wolfgang Kubicki will nun doch beim Parteitag im Mai für den Vorsitz kandidieren. Für die Liberalen selbst, aber auch für die Demokratie in Deutschland, ist das eine gute Nachricht. Denn eine Wahl Kubickis könnte die letzte Chance für die Partei sein, den Abstieg in die völlige politische Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Das Ende der FDP – mag man auch deren Inhalte nicht teilen – wäre angesichts des Erstarkens der AfD ein herber Verlust für das demokratische Parteienspektrum.
Kubicki? Da fassen sich viele an den Kopf. Der 74-Jährige vergreift sich immer wieder im Ton, oft gegenüber Frauen. Er gilt als Heckenschütze, der keine Parteidisziplin kennt. Er attackiert gern eigene Parteikolleginnen und -kollegen und auch die Partner in Regierungskoalitionen sind vor ihm nicht sicher. „Kotzbrocken“, „Egomane“ oder „Quartalsirrer“ sagen diejenigen über Kubicki, die mit ihm nicht zurechtkommen.
Gefragte Eigenschaften
Aber Kubicki hat eben auch Eigenschaften, die gefragt sind beim politischen Überlebenskampf einer Partei. Da geht es weniger um ausgefeilte Programme. Da geht es um Sichtbarkeit in den Medien, um provokante Wortmeldungen, gut gesetzte Attacken. Dafür ist der scharfzüngige Kubicki mit seiner bundesweiten Bekanntheit geradezu eine Idealbesetzung. Ein Mann mit Ecken und Kanten, aber großer Klappe. Eine Type. So etwas sorgt für Aufmerksamkeit und auch für Sympathien.
Kubicki will neuer FDP-Chef werden – Dürr kandidiert nicht mehr
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Christian Dürr ist gescheitert, es ist konsequent, dass er nun doch nicht mehr kandidiert. Bliebe als Gegenkandidat auf dem Parteitag noch Nordrhein-Westfalens Landeschef Henning Höne, der mit seinen 39 Jahren als Hoffnungsträger gilt, den aber außerhalb der FDP niemand kennt. Das wissen auch die Delegierten, die Ende Mai über den Parteivorsitz abstimmen.
