Tod am Nachmittag: Wie ein Pfadfinder in den 50er-Jahren ums Leben kam
Tod am Nachmittag: Wie ein Pfadfinder in den 50er-Jahren ums Leben kam
Ein Junge stürzt beim Oltner Hardfluh-Chänzeli in den Tod. Über ein halbes Jahrhundert später gewinnt unser Kolumnist erschütternde Erkenntnisse zum Vorfall.
Sie stand regungslos auf dem Balkon. Wir Söhne ahnten, als wir nach Hause kamen, Schlimmes. Drinnen erzählte uns die Mutter unter Tränen, dass an diesem Samstagnachmittag ein schrecklicher Unfall passiert sei. Ein junger Pfadfinder war zu Tode gestürzt. Er kletterte in den Felsen beim Hardfluh-Chänzeli herum und stürzte ab.
Ein paar Wochen zuvor hatte mein Bruder den «Vorschlag» zum Pfadiführer erhalten, ich sollte bald ein «Wölfli» werden. Beide freuten wir uns auf die kommende Zeit. Der tragische Tod des Knaben erschütterte ganz Olten, und die Verantwortlichen der Jugendorganisationen überprüften die Strukturen.
Für uns daheim hiess das, dass wir fortan keine Verantwortung übernehmen durften. Aus meinem Bruder wurde kein wilder Pfadiführer, aus mir kein mutiger Wolf im Dschungel des Bannwalds. Dieser Todesfall und seine Konsequenzen veränderten unsere Leben. Wir waren nicht nur durch den Unfalltod des Jungen tief erschüttert, sondern auch darüber, dass wir nicht länger in der Pfadi bleiben durften.
Der Tod eines Pfadfinders........
