Streitbare Mahnerin: Lea Rosh wird 90 Jahre alt
29. September 2026 – 18. Tischri 5787
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Streitbare Mahnerin: Lea Rosh wird 90 Jahre alt
Ihr Name ist eng verbunden mit dem Holocaust-Mahnmal in Berlin. Schon früh beschäftigte sich die Journalistin Lea Rosh mit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus. Am Donnerstag wird sie 90 Jahre alt
Lea Rosh gilt als streitbar und extrem hartnäckig. Aber mit ihrer Art hat sie viel erreicht: In den 1980er Jahren war sie bekannt für ihre »unnachgiebige Fragelust«, wie es ein Journalist einmal formulierte. Als erste Frau stand sie in den 1990er Jahren einer ARD-Rundfunkanstalt vor, dem NDR-Landesfunkhaus. Und ihr ist es maßgeblich zu verdanken, woran schon viele nicht mehr glaubten: Rund 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Deutschland ein Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden Europas. An diesem Donnerstag feiert die Publizistin Lea Rosh ihren 90. Geburtstag.
Ihr Hang zum Mahnen und Erinnern begründet sich auch aus ihrer Biografie: Rosh wurde 1936 in Berlin geboren und wuchs mit ihren drei Geschwistern dort auf. Ihr Vater war Soldat und galt nach dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Ihre Mutter erzog die Kinder, die über einen Großvater auch jüdische Wurzeln hatten, protestantisch.
Austritt aus der Kirche
Rosh distanzierte sich aber früh von der Kirche - unter anderem kritisierte sie deren Rolle im Nationalsozialismus - und trat schließlich aus der evangelischen Kirche aus. Sie bezeichnet sich seitdem als Atheistin. Zugleich legte sie ihren ursprünglichen Vornahmen »Edith« ab, weil sie ihn »schrecklich deutsch« fand und nannte sich »Lea«. Später klagte sie erfolgreich gegen Kritiker, die ihr unterstellten, einen bewusst jüdisch klingenden Namen........
