Europa beginnt in Ceuta und Melilla
Aufwind für die Rechte : Europa beginnt in Ceuta und Melilla
Mit Migranten und Flüchtlingen werden auch in Nordafrika hybride Konflikte geführt. So beeinflussen sie die Politik in europäischen Staaten.
Wenn Marokko nicht kooperiert, lässt sich Spaniens Südgrenze nicht verteidigen. Diese harte Lektion mussten die Spanier in ihrem Außenposten in Ceuta ein weiteres Mal lernen. Auch in der Exklave Melilla überwanden in der vergangenen Woche mehr als 1000 junge Marokkaner und Migranten die Grenzbefestigung. Ceuta und Melilla sind jedoch kein rein spanisches Problem: Europa beginnt in Nordafrika in den beiden Städten.
In wenigen Stunden verdoppelte sich fast die Einwohnerzahl Ceutas – etwa 73.000 Menschen kamen über die Grenze. Das sind so viele Menschen, wie in Bayreuth leben oder ins Berliner Olympiastadion passen. Für Spanien ist es die bisher größte Migrationskrise und für die EU einer der härtesten Stresstests, den sie nur mit Mühe bestanden hat. In Nordafrika setzt Europa auf Regime, mit denen es nicht alle Werte und Interessen teilt. Algerien ist wichtig wegen seiner Erdgasressourcen, Tunesien, das immer autoritärer wird, weil es Migranten nach Italien stoppt.
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