Atomkraft, nein danke? Der Moralapostel steht uns nicht zu Gesicht
Zum 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ist es in Österreich an der Zeit, sich wieder einmal kollektiv auf die Schulter zu klopfen. Schließlich herrscht seit dem Volksentscheid gegen das AKW Zwentendorf so etwas wie ein Grundkonsens in der Republik, dass „das böse Atom“ hier nichts verloren hat. Gut, dass unsere Nachbarn das anders sehen. Ansonsten würde der Strom im Winter mitunter ähnlich knapp wie Diesel und Kerosin zum nächsten Pfingstwochenende.
Dass Atomkraftwerke nicht nur in Frankreich eine wichtige Rolle bei der europäischen Versorgungssicherheit spielen, wird hierzulande gerne diskret beiseitegeschoben. Die Politik kann mit dem Thema wenig gewinnen. Immerhin hat sich seit den 1970ern an der Ablehnung der Atomkraft wenig geändert. Nur die Unter-30-Jährigen haben Umfragen zufolge scheinbar einen pragmatischeren Blick auf die Sache als jene, die die 1980er noch miterlebt haben. Dass nun viele Länder in Asien und Europa angesichts der „größten Energiekrise........
